HOHNHORST (jl). "Macht hoch die Tür, die Tor macht weit." Unter diesem Motto hat nach 20 Monaten Renovierung die Martinskirche erstmals wieder am Sonntag ihre Türen geöffnet. Unter dem frisch erneuerten Dachstuhl strahlten nicht nur die neue Decke und neuen Holzsäulen sondern auf den neuen Sitzbänken auch die zahlreich erschienenen Besucher. Diesen bescherten der Posaunen- und Kirchenchor sowie die Band "Praise Music" einen wahrlich festlichen und vor allem ersten Gottesdienst in der neuen, alten Martinskirche. Die Wiedereinweihung erfolgte durch Landessuperintendentin Dr. Ingrid Spieckermann, die in ihrer Predigt von einer "umfassend und so schön renovierten Martinskirche" sprach. Und fertig geworden ist alles ganz pünktlich. "Kurz vor Weihnachten ist dieses große Werk vollendet, das Moderne und Tradition überzeugend verbindet."
Pastor Gero Cochlovius schloss daran an: "Wenn wir heute die Wiedereinweihung feiern, so ist unser Herz voll Dank." Diesen richtete er an die vielen Menschen, die sich engagiert eingesetzt haben, damit dieses "wunderbare Werk gelingen kann". Vom Dachdecker bis zum Fliesenleger, vom ehrenamtlichen Helfer und Spender bis zur Landeskirche Hannover – sie alle würden Lob verdienen. "Das Projekt wurde auf überwältigende Weise unterstützt", resümierte Cochlovius. Ungefähr die Hälfte der durch die Gemeinde aufzubringenden Kosten von 270 000 Euro sei bereits abgedeckt. Insgesamt kostete die Renovierung der Kirche rund 1,77 Millionen Euro. Den Fleiß einer Person betonte Cochlovius besonders, denn "ohne ihn wäre das ganze Projekt überhaupt nicht zu verwirklichen gewesen oder es hätte uns Zehntausende mehr gekostet". Wenn RTL mal vorbei geschaut hätte, dann wäre der Name des Supertalents 2010 ein anderer als der, der gestern Abend gewählt wurde. "Das Supertalent 2010 unserer Martinsgemeinde hat den Namen Gerhard Dohmeier", verkündete der Pastor. Er habe es selbst über Monate verfolgt, wie Dohmeier von morgens bis abends auf der Baustelle war – "unermüdlich und mit größtem Einsatz". Dafür vgab es ein großes Dankeschön und langanhaltende Ovationen im Stehen. Auch ein schriftliches Grußwort des niedersächsischen Ministerpräsidenten David McAllister verlas Cochlovius. Dieser wünsche der Martinsgemeinde für die Zukunft alles Gute und, dass Gottes Segen sie begleiten möge.
Zum Schluss meistere auch noch die Technik ihre Premiere. Über den Beamer und die Leinwand wurde eine Power-Point-Präsentation der vergangenen 20 Monate gezeigt – vom Umbau der Kirche und Leben im "Martinszelt", in dem die Kirchengemeinde während dieser Zeit ihre Gottesdienste feierte. Ein Bild sagt bekanntlich mehr als 1000 Worte und so demonstrierten die Aufnahmen eindrucksvoll, welch Einsatz für dieses große Projekt erforderlich war. Denn, so Cochlovius: "Wir haben den großen Wunsch, dass die Martinskirche für viele Menschen Heimat werden möge." Foto: jl