RINTELN (ste). Auf einen Nenner kamen die Ratsmitglieder bei ihrer Diskussion über die Hallennutzungsgebühren nicht. Im März dieses Jahres wurde die entsprechende Gebührensatzung erlassen und bevor auch nur ein einziger Euro geflossen ist, beantragte Thorsten Kretzer die Aufhebung der Satzung, die seiner Meinung nach die Verein über Gebühr finanziell beansprucht. Kretzer fürchtete massive Austritte aus den Vereinen: "Es gibt nun einmal keinen Grundsatz mehr der sagt: Einmal im Verein, immer im Verein!" Die Hallennutzungsgebühren waren ein Grund für den Austritt von Thorsten Frühmark aus der Fraktion und jetzt, mit neuer Führungsspitze, arbeitet er wieder mit in der ersten Reihe der CDU. Wenn es darum gehe, sich mit den Vereinserfolgen zu schmücken, sei die Politik und Verwaltung immer vorne mit dabei: "Und jetzt strafen Sie die Vereine für ihre Arbeit noch ab!" Frühmark forderte zum Umdenken auf: "Ich habe auch schon falsche Entscheidungen getroffen, beispielsweise beim Parkleitsystem. Darüber ärgere ich mich heute noch!"
Doch wer sparen will, muss auch manchmal steinige Wege gehen. So sah Michael Pavel (SPD) im Rat bei vielen Mitgliedern nur "...Ignoranz und Arroganz", wenn es um Sparbeschlüsse gehe. Er rechnete Kretzer vor, dass die 19- bis 40-jährigen nachweislich verstärkt in die Fitness-Studios gingen und dort etwa 35 bis 59 Euro pro Monat bezahlten: "Da sind die Sportverein noch deutlich günstiger!" 2,50 Euro beispielsweise erhöht die VTR die Beiträge im Monat: "Und das nicht nur für die Hallennutzungsgebühren", so Pavel. Noch deutlicher wurde Barbara Leibelt-Menzel: "Wir leben immer weiter auf Kosten unserer Kinder; das kann so nicht weitergehen!" Als "Konkursverschleppung" bezeichnete sie die Art und Weise des Umgangs mit städtischen Steuermitteln und fragte: "Wann fangen wir bei uns an zu sparen?"
Argumente, die Gert Armin Neuhäuser nicht zulassen wollte. Er sah die Hallennutzungsgebühren als Zumutung für die Vereine, statt deren Arbeit anzuerkennen. Kosten und Nutzen stehen seiner Meinung nach in der Relation zum angerichteten Schaden außer Verhältnis. Bürgermeister Karl-Heinz Buchholz wies darauf hin, dass der Landkreis Schaumburg bereits vor vielen Jahren die Kosten für die Hallennutzung auf die Gemeinden umgelegt habe und Rinteln bislang schon rund eine Millionen Euro dafür an den Kreis zahlte. "Auch in den Gemeinden, die sofort die Kosten an die Vereine weitergegeben haben, wird noch Sport getrieben!" In fünf Jahren, so Buchholz, laufe die Satzung automatisch aus: "Dann können wir ja neu beraten!"
So wird es auch kommen, denn nur elf Ratsmitglieder von CDU und WGS wollten eine Rücknahme der Satzung. Aus den Reihen der CDU votierten Günther Maack und Ulli Goebel für die Beibehaltung der Satzung. Foto: ste