STEINBERGEN (km). Als "alarmierend" hat die heimische Grünen-Abgeordnete Ursula Helmhold die Aussagen des Umweltministeriums zum Zustand des Messingsbergs in Steinbergen bezeichnet. Die Abgeordnete hatte dazu in einer kleinen Anfrage eine Reihe von Fragen gestellt und musste schließlich feststellen: "Der Berg ist weiterhin in Bewegung."
Der Kamm wurde für die Untersuchungen in drei Bereiche aufgeteilt.
Nur im westlichen Bereich, beim Jahrtausendblick sei er stabil. "In den anderen beiden Bereichen ist jedoch laut Aussagen der Landesregierung die Möglichkeit eines weiteren Abrutsches in der Größenordnung von 2004 wahrscheinlich," bilanzierte Ursula Helmhold. Die Bewertung des Umweltministeriums, dass - so wörtlich - "derzeit kein katastrophales Versagen zu erwarten" sei, findet die Abgeordnete da nicht sehr tröstlich. Vor diesem Hintergrund sei die Genehmigung für den weiteren Abbau durch das Gewerbeaufsichtsamt umso schwerer nachvollziehbar.
Der Werkstattfelsen dürfe offensichtlich allein schon deshalb abgebaut werden, weil er so weit vom Kamm entfernt liege, dass bei einem Einsturz des Kamms Personen nicht gefährdet seien. Die Auswirkungen des weiteren Abbaus auf die Stabilität des Kamms würden nach Ansicht von Helmhold nicht genügend berücksichtigt. Als "skandalös" empfindet die Abgeordnete die Tatsache, dass bei der Genehmigungserteilung das Niedersächsische Waldgesetz nicht beachtet worden sei. "Offenbar werden den Steinbruchbetreibern alle Türen weit geöffnet, und im Zweifel schaut man nicht so genau hin," moniert Helmhold. Der Betreiber habe jetzt eine neue Abbaufläche, immer noch kein Konzept zur Sicherung der bereits eingestürzten Bergteile und könne in aller Ruhe darauf warten, dass weitere Teile des Bergs einstürzten. "Das dabei anfallende Gestein," so Helmhold abschließend, "darf er wahrscheinlich zur Belohnung auch noch behalten." Foto: km