STADTHAGEN (jl). Ganz im Zeichen der Chormusik hat ein Konzert der "Capella Vocale Nienburg" gestanden. Kantor Christian Richter wünschte sich und vor allem den gespannten Zhörern ein "schönes und ergreifendes Konzert". Und bekam es auch. Der gemischte Chor erfüllte die Stadthäger St. Martini-Kirche mit einer eindrucksvollen Bearbeitung des Requiems von Gabriel Fauré.
Unter Dirigent Hans-Jürgen May überzeugten die Sänger auch mit Klängen von Johann Christoph Friedrich Bach, Robert Lucas Pearsall und Johannes Brahms. Zum Auftakt zogen die 22 Cappellas mit dem mittelalterlichen Lobgesang "Alta trinita beata" in die Kirche ein. Sanft und dennoch mit einem Hauch Spannung folgte Bachs Motette "Ich lieg und schlafe ganz mit Frieden".
Ebenso glänzend kam der Auftritt der neun Männer und 13 Frauen zur populären Madrigalkomposition "Lay a garland on her hearse” von Pearsall daher. Im Anschluss: eine Pause, die es wirklich in sich hatte. Unheimliche Spannung lag in der Luft, jedes noch so kleine Räuspern und Husten durchdrang die Sphäre. Das Publikum zeigte sich mehr als gespannt auf die folgenden Darbietungen.
Mit Brahms Motette "Warum ist das Licht gegeben dem Mühseligen?" erlebte es dann einen dynamischen Chor, der zur Höchstleitung auflief. Nach Faurés "Cantique de Jean Racine" erreichte "Capella Vocale" mit dessen Requiem den krönenden Part eines außergewöhnlichen Konzert. Dieses einzige größere Werk des Komponisten, das einen religiösen Text als Basis hat, wurde in einer Bearbeitung für Orgel, Chor und Soli von Pawel Jura aufgeführt.
Christine Jentsch an der Orgel begleitete den Bariton Raphael De Vos und die Sopranistin Jennifer Stoppel. Faurés von der traditionellen Totenmesse abweichende Requiem ist zwar mehr als 120 Jahre alt, zog die Zuhörer aber wie ein neueres Stück in seinen Bann. Foto: jl