1. Neuer Versuch für die Kirchen in Niedersachsen

    Ad-hoc-Ausschuss der Konföderation hat Arbeit begonnen

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    LANDKREIS (ih). Schluss, aus, vorbei: Vor einem Jahr standen die niedersächsischen Landeskirchen vor dem Ende ihrer Zusammenarbeit. Die Synoden der kleineren Landeskirchen hatten der großen Landeskirche Hannover erklärt, dass sie nicht für eine große evangelische Kirche in Niedersachsen zu haben sind. Auch die Synodalen der Landeskirche Schaumburg-Lippe machten deutlich, dass sie selbstständig bleiben wollen. Die Konföderation, ein beratender Zusammenschluss der Landeskirchen, war in einer Sackgasse.

    Nun haben die Gespräche über eine Zusammenarbeit wieder Fahrt aufgenommen. Der Rat der Konföderation evangelischer Kirchen in Niedersachsen hat einen Ad-hoc-Ausschuss zur Zukunft der Konföderation eingesetzt. Aus der Landeskirche Schaumburg-Lippe sind Klaus-Dieter Kiefer, Präsident der Synode, Reiner Rinne, Superintendent und Dr. Karl-Hinrich Manzke, Landesbischof im Ausschuss. Die Beratungen seien als vertraulich vereinbart worden, berichtete der Landesbischof vor der Herbstsynode in Bückeburg.

    Wer jetzt denkt, dass die gesamte Diskussion von vorne losgeht, irrt. Die neuen Beratungen zur Zusammenarbeit sind im Gegensatz zum ersten Versuch ergebnisoffen. Das heißt: Am Ende steht keine gemeinsame Großkirche sondern fünf selbstständige Landeskirchen. Sie wollen klären, wie sie gemeinsam gegenüber dem Land Niedersachsen ihre Interessen vertreten können. Angelegenheiten von Kirche und Staat sollen berücksichtigt werden. Dazu gehören Themen wie "Schule und Religionsunterricht", "Anstaltsseelsorge" oder die theologisch-wissenschaftliche Ausbildung an den Hochschule. Wichtigster Aspekt aber ist die sichere Verwaltung der Kirchensteuer.

    Die fünf Kirchen untereinander nehmen sich selbst in den Blick. Der Ausschuss soll klären, wie die Identität der Regionen und Konfessionen in der Zusammenarbeit erhalten bleiben können. Um doppelte Strukturen zu vermeiden, sollen einzelne Arbeitsfelder einheitlich geregelt werden. Dazu gehören die Bezahlung der Pfarrer, das Gerichtswesen und das Mitarbeiterrecht. Als dritten Punkt nimmt sich der Ausschuss mögliche Synergien vor. Die Mitglieder prüfen beispielsweise bei der Vikarsausbildung, Kirchenmusik oder beim Fundraising, ob gemeinsames Arbeiten möglich ist. Mit dem Ad-hoc-Ausschuss drehen die fünf Kirchen in Niedersachsen also noch einmal um, verlassen die Sackgasse und machen sich auf einen neuen Weg. Wo sie ankommen, wissen sie noch nicht. Aber losgegangen sind sie.

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