EXTEN (km). Der Untere Eisenhammer Exten hat jetzt bereits zum zweiten Mal (nach 2007) einen Preis für Denkmalpflege der Niedersächsischen Sparkassenstiftung erhalten. In einer kleinen Feierstunde übergaben Günther Klußmeyer, Mitglied des Vorstandes der Sparkasse Schaumburg, und Michael Heinrich Schormann, stellvertretender Geschäftsführer der Niedersächsischen Sparkassenstiftung, den Preis vor Ort an den Verein für Heimatpflege und Kultur Exten e.V..
"Sowohl das persönliche Engagement der Preisträger, die Einbindung fachlicher Betreuung wie auch der sensible Umgang mit der vorhandenen Bau- und Maschinensubstanz verdienen überaus große Anerkennung," sagte Günther Klußmeyer bei der Preisübergabe.
Für Michael Heinrich Schormann war es aus einem Grund ein besonderes Anliegen, den Scheck persönlich nach Exten zu bringen: Der Hannoveraner besitzt selbst einen original im Eisenhammer gefertigten Spaten. "Der Preis für Denkmalpflege," hoffte Schormann bezüglich der Verwendung des Geldes, "soll dem Verein auch als Ansporn dienen, sich weiter des im Verfall befindlichen Oberen Eisenhammers anzunehmen und ihn gewissermaßen als Ensemble mit dem Unteren Eisenhammer für die Nachwelt zu erhalten." Und genau dafür soll der mit 5000 Euro dotierte Preis verwendet werden, wie Heimatvereins-Vorsitzender Horst Vöge versprach. -
Der mit Wasserkraft versorgte Untere Eisenhammer war um 1767 von den hessischen Landgrafen angelegt worden. Im Jahr 1902 wurde auf dem mittlerweile Kretzerschen Eisenhammer das Elektrizitätswerk "Extenia" gegründet, das nicht nur elektromotorisch betriebene Feder- und Fällhämmer, Eisenscheren und Stanzen, sondern bis Mitte der 30er Jahre den Ort auch mit Licht und Kraftstrom versorgte. Der Schmiedebetrieb am historischen Eisenhammer wurde 1948 von August Fromme in Betrieb genommen. Dort wurden zunächst Spaten, Hacken und Harken geschmiedet und Pferde beschlagen. Als 1979 der Betrieb von Karl-Heinz Bücher übernommen wurde, gehörten der Handel und die Reparatur von landwirtschaftlichen Maschinen und Geräten schon zur Haupttätigkeit. Nach der Stilllegung des Betriebes - der technisch heute noch produktionsfähig wäre - drohte zeitweilig sogar der Abriss. Nicht zuletzt durch das Engagement des Heimatvereins konnte schließlich doch noch erreicht werden, dass dem Haus offiziell der Status eines Industriedenkmals zuerkannt wurde. -Der Preis für Denkmalpflege der Niedersächsischen Sparkassenstiftung wird alle zwei Jahre vergeben - in diesem Jahr bereits zum 13. Mal. Ausgestattet ist er mit Preisgeldern in Höhe von insgesamt 77.000 Euro. In den Bezirken Braunschweig, Hannover, Lüneburg und Weser-Ems werden derzeit insgesamt 20 Denkmale ausgezeichnet, sieben erhalten eine "Belobigung". Insgesamt waren 49 Bewerbungen um den Preis eingegangen, mit dem die Niedersächsische Sparkassenstiftung privates Engagement um den Erhalt historischer Baudenkmale belohnen will.
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