1. Auftakt der Rintelner Musiktage mit purer Romantik

    Brahms und Mahler im Mittelpunkt eines gelungenen Konzertes in der Nikolai-Kirche / Über 400 Musikfreunde sind begeistert / Konzert für Trompete folgt

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    RINTELN (km). Vollendete, wenn auch zum Teil schon fast elegische Romantik wurde jetzt über 400 Musikfreunden in der Nikolai-Kirche geboten: Auf dem Programm standen das "Deutsche Requiem" von Johannes Brahms sowie die sinfonische Dichtung "Ich bin der Welt abhanden gekommen" von Antonin Dvorak.

    Dirigent Wolfgang Westphal, das Göttinger Symphonie Orchester, der Schaumburger Oratorienchor und der Jugendchor der Evangelischen Singschule bildeten dabei ein homogenes Ensemble, und Sopranistin Ina Westphal und Bariton Tobias Scharfenberger sorgten mit ihrer solistischen Kunst für das I-Tüpfelchen.

    Zu den ungewöhnlichsten Requiems, die in den 35 Jahren der Rintelner Musiktage bis dato zu hören waren, gehört zweifellos das "Deutsches Requiem" opus 45 von Johannes Brahms - einem Meisterwerk, das der Komponist nicht der ewigen Ruhe der Toten, sondern vor allem dem Trost derer, "die da Leid tragen", gewidmet hat.

    Die Textauswahl ist eine Zusammenstellung aus Schriftstellen des Alten und Neuen Testamentes sowie der Apokryphen, deren Aussagen von der Linderung des Leids der Trauernden bis zur Mahnung reichen, die Tatsache des Todes als Konsequenz in das Leben einzulassen. "Seit Bachs H-Moll-Messe und Beethovens Missa solemnis ist nichts geschrieben worden, was auf diesem Gebiete sich neben Brahms deutsches Requiem zu stellen vermag," urteilte der ansonsten schwer zu begeisternde Wiener Musikkritiker Eduard Hanslick über das "singuläre Werk der Gattung Requiem", das dem gerade 33-jährigen Brahms mit einem Schlag berühmt machte. - Einen lyrischen Ohrenschmaus der besonderen Art lieferte zum Auftakt des Konzertes die sinfonische Dichtung "Ich bin der Welt abhanden gekommen" von Gustav Mahler (nicht Antonin Dvorak, wie fälschlicherweise angekündigt).

    Sopranistin Ina Westphal, die den Text von Friedrich Rückert gekonnt intonierte, mag manchen Zuhörer auch zum Machdenken angeregt haben. Viele mögen nach den letzten Zeilen aber festgestellt haben, dass die gefühlte Melancholie von Text und Musik eher ins Positive tendiert: "Ich bin gestorben dem Weltgetümmel, Und ruh‘ in einem stillen Gebiet! Ich leb‘ allein in meinem Himmel, In meinem Lieben, in meinem Lied!" -Beendet werden die Musiktag am kommenden Sonntag, dem 21. November, mit einem Konzert für Trompete und Orgel.

    Die Veranstaltung in der Nikolai-Kirche beginnt um 17 Uhr.

    Foto: km

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