10.000 zusätzliche
Ausbildungsplätzen sind nötig
LANDKREIS (km). Die heimische Landtagsabgeordnete Ursula Helmhold sorgt sich um den Ausbildungsmarkt, wenn sich im nächsten Jahr der doppelte Abiturjahrgang und die Aussetzung der Wehrpflicht auswirken.
"Es werden dann landesweit zusätzlich 25.000 SchulabgängerInnen und rund 15.000 Jugendliche, die sonst Zivil- oder Wehrdienst leisten, nach beruflichen Perspektiven suchen, sagte die Grünen-Politikerin. Angesichts dessen sei es zu wenig, wenn die Landesregierung lediglich "auf das Prinzip Hoffnung setzt und es bei Appellen an die Wirtschaft belässt".
Helmhold fordert statt dessen ein Landesprogramm "Ausbildung statt arbeitslos" mit dem 10.000 zusätzliche Ausbildungsplätze in den kommenden beiden Jahren vor allem für schwächere Schulabsolventen geschaffen werden sollen. "Bislang versteift sich die Landesregierung auf mehr Studienplätze für AbiturientInnen und ignoriert die Verlierer des doppelten Abi-Jahrgangs," so Ursula Helmhold.
Dabei gehe Niedersachsen "sehenden Auges auf eine Ausbildungskrise für geringer qualifizierte Jugendliche in den Jahren 2011 und 2012 zu", denn auch ein Teil der Abiturienten strebe eine Ausbildung an und verdränge andere Schüler.
Niedersachsen stehe nach Schleswig-Holstein schon heute mit rund 23.000 Jugendlichen in Übergangssystemen an der Spitze der Länder, die ihren Jugendlichen zu wenig berufliche Perspektive zu bieten hätten. Erschwerend dazu komme, dass der Bund und die Landesregierung bisher planten, im nächsten Jahr massiv Geld in den Bereichen Arbeit und Qualifizierung zu streichen.