BAD NENNDORF (pd). "Aus Lesemuffeln Bücherwürmer machen" - so lautete eine Schlagzeile, als sich Elisabeth Meyer-Engelke erstmals für das Projekt "Leselernhelfer" stark gemacht hat. Jetzt, einige Monate später, nimmt die ganze Sache an Fahrt auf. 20 Ehrenamtliche stehen bereits auf der "Besetzungsliste", die Meyer-Engelke zusammen mit Lehrerin Marion Schneider von der Berlin-Schule Bad Nenndorf akribisch zusammenstellt. Unter dem Dach des eigens dafür gegründeten Vereins "Mentor - Die Leselernhelfer Barsinghausen-Schaumburg" mit Ingrid Rohde-Rademacher an der Spitze werden Lesepaten und Grundschüler zusammengeführt. Das Angebot der Lesepaten besteht in Barsinghausen bereits seit 2005. Ingrid Rohde-Rademacher kann von zahlreichen positiven Erlebnissen berichten, in denen Jungen und Mädchen die Hauptrolle spielen, die in den Genuss der Förderung kommen. An der Bad Nenndorfer Berlin-Schule sind es momentan 22 Kinder aus neun ersten bis vierten Klassen. In der Regel soll jeder Mentor einmal in der Woche "sein" Schulkind betreuen. Für die Zeittafeln sind die Lehrer verantwortlich, die auch bei der Auswahl der Kinder ein Wort mitreden. Kriterien sind etwa die Förderwilligkeit oder soziale Aspekte. "Wir wollen im Schutzraum der Schule die Freude und den Spaß am geschriebenen Wort vermitteln. Mit dem Projekt schaffen wir dafür die notwendigen Strukturen, sowohl für die Mentoren als auch für die Jungen und Mädchen", fasst Meyer-Engelke die Zielsetzung zusammen. Das Projekt soll auf keinen Fall in Konkurrenz zu Nachhilfeinstituten sein. "Und wir sind keine Therapeuten", fügt sie hinzu. Gleichwohl kommt den Mentoren auch eine Art Unterstützerrolle zu.
Mehrfach hat Rohde-Rademacher von Interessierten die Frage gestellt bekommen, welche Art von "Vorbildung" denn notwendig sei, um als Ehrenamtlicher eingesetzt zu werden. "Meine Antwort lautet dann immer: Fangen Sie erst einmal mit dem gesunden Menschenverstand an". Wichtig seien für die Kinder oft Verlässlichkeit und Konstanz. Gerade für Kinder mit Migrationshintergrund werden geeignete Paten gesucht. 22 Mentoren sind für das Projekt an der Berlin-Schule bereits ausgewählt worden. Da die Zahl der allein erziehenden Mütter weiter zunehme und auch in Kindertagesstätten und an Grundschulen männliche Ansprechpartner fehlen würden, seien diese beim Mentoren-Projekt besonders gefragt. Akribisch ist Kontaktlehrerin Schulz derzeit damit befasst, die "Einsatzpläne" für die Paten aufzustellen. 30 Kinder stehen noch auf der Warteliste. Für diese werden noch Freiwillige gesucht. Am 4. Dezember wird es eine pädagogische Einführung geben. Überdies hinaus werden die Lesehelfer regelmäßig geschult und betreut. Wer sich für diese Aufgabe interessiert und näheres wissen möchte, kann sich an Ingrid Rohde-Rademacher unter der Rufnummer 05105/64988 oder bei Elisabeth Meyer-Engelke, Telefon 05723/914335 melden. Foto: pd