1. 50 Gräber und ungezählte Namen

    Kirchengemeinden gedenken gemeinsam der "Reichspogromnacht"

    Dieser Eintrag wird bereitgestellt durch Schaumburger Wochenblatt | Impressum

    RINTELN (km). Am vergangenen Dienstag wurde mit zahlreichen Veranstaltungen der "Reichspogromnacht" gedacht, in der die Nationalsozialisten die Synagogen der deutschen Juden schändeten und in Brand setzten. Auch in Rinteln gab es in jener Nacht vor 72 Jahren Gewalt gegen Juden und ihr Eigentum. Die Rintelner Kirchengemeinden hatten aus dem Anlass einen Gedenktag organisiert. Am späten Nachmittag konnte Nikolai-Pastorin Astrid Bunselmeyer auf dem jüdischen Friedhof an der Ostertorstraße rund 50 Mitglieder der Gemeinden begrüßen. Querflötistin Susanne Steinbeck rundete die verbalen Beiträge mit Musik von Johann Sebastian Bach ab.

    Rund 50 Gräber befinden sich auf dem Friedhof, aber ungleich länger sind die Listen mit den Namen Rintelner Juden, die Dagmar Giesecke im Rahmen der Gedenkstunde verlas - Namen, die zum großen Teil nie wieder gehört wurden.

    Im Anschluss ging die Gruppe zum ehemaligen Wohnhaus der Familie Levy in der Weserstraße 19, wo Dagmar Giesecke über das Schicksal der Familie berichtete - stellvertretend für jüdisches Leben in Rinteln.

    Philipp Levy hatte in der Weserstraße ein Schuhgeschäft betrieben. Nach jahrelangen Repressalien wurde die Familie samt drei Töchtern 1941 in das Warscheuer Ghetto deportiert, wo Levys Gattin Mathilde noch im gleichen Jahr verstarb. Zwei Töchtern gelang es schließlich, in die USA auszuwandern. Foto: km

  2. Kommentare

    Bitte melden Sie sich an