BAD NENNDORF (Ka). Ein Großaufgebot der Samtgemeinde-Feuerwehren fand sich an der Bad Nenndorfer Grundschule ein, um im Rahmen eines Projekttages die Sicherheit der Schüler in Szene zu setzen. Angenommen wurde ein fingiertes Feuer im Schulgebäude, welches mit einer Evakuierung einherging. In regelmäßigen Abständen werden die Schüler auf so ein Szenario vorbereitet, um im Ernstfall das richtige Verhalten zu üben. Alle 10 Ortswehren waren im Einsatz, um die Menschenrettung zu gewährleisten, das Feuer zu löschen und das Gebäude, wie auch weitere benachbarte Objekte zu schützen. Rund 40 ehrenamtliche Helfer in der Not sorgten sich um nahezu 500 Kinder, Lehrer und Erzieherinnen. Atemschutzgeräteträger begaben sich in die Schule, während sich die Kinder aus der Schule und dem Kindergarten mit den pädagogischen Kräften auf einem Sammelplatz einfanden. Respektvoll, mit Ehrfurcht und auf Abstand beobachteten die "Geretteten" die Atemschutzgeräteträger, die in ihrer Schutzkleidung im ersten Moment an fremde Wesen aus dem All erinnerten. Der Gemeindebrandmeister Friedhelm Möller informierte die Schar über die Vorgehensweise der Feuerwehrmänner und nahm ihr damit viele Ängste. Disziplin statt Panik stand im Vordergrund, denn nur das richtige Verhalten eines jeden Schülers gewährt im Ernstfall einen reibungslosen Ablauf. Ein Dummy musste mehrfach herhalten, um Sprünge aus dem Fenster in ein großes Luftkissen zu demonstrieren. Der Projekttag war gleichsam eine Präventionsmaßnahme, denn die Schüler durften beim Feuerlöschen selbst Hand anlegen. Feuerlöscher kamen auf dem Schulhof ebenso zum Einsatz, wie die Kübelspritzen. Ein großer Feuerwehr-Parcours lud die jungen Teilnehmer an verschiedene Mitmach- und Informations-Stationen ein, an denen sie ausprobieren, greifen und begreifen konnten. Damit nahmen die Einsatzkräfte den 3 bis 10-jährigen Kindern unterschiedliche Ängste und Hemmungen und vermittelten ihnen Sicherheit. Neben dem richtigen Verhalten im Ernstfall wurden auch die Kleidung, das Equipment und die Fahrzeuge in Augenschein genommen. Die Drehleiter fand größte Aufmerksamkeit und auch die Brandlöschung wurde mit Spannung ins Visier genommen. Die Maßnahme unterlag aber auch der Werbung, denn die Feuerwehren wissen, dass ehrenamtliches Engagement aus den Jugendreihen die Zukunft der Freiwilligen Feuerwehr sichert. Noch sind die Feuerwehren mit einer ausreichenden Personaldecke ausgestattet, doch die demografische Entwicklung macht auch vor den Brandschützern nicht halt. In Zukunft ist nach Angaben des Niedersächsischen Innenministeriums mit einem Rückgang der aktiven Einsatzkräfte zu rechnen. Eine intensive Jugendarbeit ist einer der Maßnahmen die angestrebt wird. In der Samtgemeinde Nenndorf gibt es derzeit neun Jugendfeuerwehren und sechs Kinderfeuerwehren. Dabei handelt es sich um eine aktive, spannende, sozialengagierte und lehrreiche Freizeit-Aktivität für Kinder und Jugendliche. Aus diesen Reihen wird der Feuerwehr-Nachwuchs geboren und gesichert, wissen die erfahrenen Feuerwehrleute mit dem Gemeindebrandmeister Möller und dem Gemeindejugendfeuerwehrwart Frank Blume zu berichten.
Das Interesse der Kinder und die Sensibilität für Sozialengagement wird mit dem Projekttag geweckt. Im nächsten Jahr findet diese Übung in der Grundschule Haste statt. Foto: ka