BAD NENNDORF (mh) Eine geplatze Dichtung macht die für diese Woche geplante Hallenbad Eröffnung in Bad Nenndorf zunichte. Am Mittwoch Mittag gegen 12:00 Uhr musste die Feuerwehr der Samtgemeinde ausrücken, um das komplette Schwimmbecken des frisch restaurierten Hallenbades leer zu pumpen.
Eine Dichtung an einem 30 Zentimeter breiten Rohr unter dem Becken war geplatzt. Das austretende Wasser floss mit starkem Druck in den Technikkeller, der unter dem Schwimmbecken liegt. "Als erstes musste das komplette Becken schnell leergepumpt werden, um die Schäden in Grenzen zu halten", so der Feuerwehr Einsatzleiter Düller. 1100 Kubikmeter Wasser drohten den gesamten Kellerraum des Bades zu überfluten und großen Schaden anzurichten.
22 Feuerwehrleute aus der Samtgemeinde waren im Einsatz und legten lange Schlauchstrecken um das Wasser aus dem Schimmbecken in den nahegelegenen Haster Bach abzupumpen. "Das Kanalisationssystem ist für solche riesigen Wassermengen nicht ausgelegt. Als einzige Möglichkeit blieb daher nur die Ableitung in den Bach", erklärt der Feuerwehreinsatzleiter. Für diese Notlösung war die Genehmigung der Unteren Wasserbehörde des Landkreises erforderlich. Auch die Kläranlagen wurden informiert.
Besonders bitter: Das Hallenbad sollte am vergangenen Donnerstag wiedereröffnet werden. Die offizielle Eröffnungsfeier war für den Freitag geplant. Bauleiter Lutz Könnecke von der Planungsgruppe VA Bädertechnik ist enttäuscht. "So kurz vor Abschluss der Arbeiten und einen Tag vor der Neueröffnung einen solchen Rückschlag zu erleiden, ist schlimm. Aber so etwas passiert leider." Die Ursache für die geplatze Dichtung konnte noch nicht festgestellt werden, die Experten vermuten Materialermüdung.
Seit Anfang April wird das Nenndorfer Hallenbad schon saniert. Die Kosten bewegen sich im Rahmen von einer Million Euro. Ende Oktober, so die ursprüngliche Planung, sollte es eröffnet werden. Dieser Plan konnte nicht eingehalten werden. Nun kommt es erneut zu einer Verzögerung. "Die kaputte Dichtung und das Rohr sind schnell getauscht", sagt der Architekt Steffen Mitschker, der die Arbeiten für das Amt für Liegenschaften im Landkreis betreut. "Aber das Problem liegt in den Folgearbeiten. Das Schwimmbecken muss neu gefüllt werden. Dann muss das Wasser gechlort werden und zum Schluss wird es noch auf die richtige Temperatur aufgeheizt. Das dauert Tage", erklärt der Architekt.
Das Hallenbad ist eines der best besuchtesten Bäder in Trägerschaft des Landkreises. Fast 135 000 Besucher kommen jährlich in das Bad an der Bad Nenndorfer Bahnhofstraße. Zusätzlich ist es Anlaufpunkt für den Schul - und Vereinsport. Die genaue Schadenshöhe und der Einnahmenausfall stehen zur Zeit noch nicht fest. Die Eröffnung ist vorerst auf Mitte November verschoben.
Foto: mh