RINTELN (km). Beeindruckt zeigte sich jetzt der Niedersächsische Minister für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr, Jörg Bode, bei einer Besichtigung der Firma Stüken, deren Geschäftsführer Dr. Hubert die Besucher, zu denen auch der CDU-Landratskandidat Klaus-Dieter Drewes zählte, über die Vorzüge des Rintelner Vorzeigebetriebs aufklärte.
Stüken-Geschäftsführer Dr. Hubert Schmidt (v. li.) bei der Betriebsbesichtigung mit Minister Jörg Bode und dem CDU-Landratskandidaten Klaus-Dieter Drewes.
Besonders in Sachen Ausbildung fand der Arbeitsminister bei Stüken Exemparisches vor. So gibt es etwa einen von der früheren Hauptgesellschafterin Erika Schwarz gestifteten Fonds mit einem Pool von einer Millionen Euro, die für Fortbildungsmaßnahmen zur Verfügung stehen. So kann sich mancher Mitarbeiter nach seiner Ausbildung sogar ein komplettes Studium von seinem Betrieb finanzieren lassen.
Aber auch für die "Grundbedürfnisse" ist bei Stüken offenbar gut gesorgt. Dazu Dr. Hubert Schmidt: "Bei uns verdient ein Facharbeiter mehr als ein Assistenzarzt am Krankenhaus." Kritisch beäugt Schmidt indessen die Entwicklung des heimischen Schulwesens, die möglicherweise bald dafür verantwortlich zu machen sei, dass viele junge Leute - und damit potenzielle Auzubildende - in die Nachbarschaft abwanderten. Gerade da bald eine Grund- und die Realschule "zur Disposition stehen", befand Schmidt die vielfach in Rinteln geforderte Intergrierte Gesamtschule als "kleineres Übel" zu anderen Alternativen.
Minister Jörg Bode machte indessen deutlich, dass er kein Befürworter der IGS sei - und relativierte: "Im Prinzip geht es nicht nicht um Drei- oder Vierzügigkeit, sondern um Bildungsqualität."
Neben den positiven internen Aspekten gibt es bei Stüken allerdings auch Grund zur Sorge - Sorge, für die letztlich die Politik verantwortlich ist. Vor allem höhere Abgaben belasten das wirtschaftliche Kalkül: Die Umlage für die Vergütungen von Strom aus erneuerbaren Energien (EEG) etwa wird im nächsten Jahr Unternehmen wie auch Haushalte mit einer in Höhe von 3,53 Cent pro Kilowattstunde Strom belasten - 70 Prozent mehr als im Vorjahr. Für Stüken bedeute das, so Dr. Hubert Schmidt, eine Mehrbelastung von 500.000 Euro.
Grund für die Explosion der Umlage, erläuterte Bode, sei die enorme Nachfrage in Sachen Photovoltaik. Dazu zähle vor allem auch der erhebliche Fortschritt bei der Forschung und Entwicklung von Elektro-Kraftfahrzeugen. Dabei, analysierte der Verkehrsminister schließlich, habe der Verbrennungsmotor eines VW Lupo etwa im Endeffekt tatsächlich keine höheren CO2-Emissionen als ein Elektro-Auto. Foto: km