BAD NENNDORF (mk). Elisabeth Meyer-Engelke engagiert sich seit längerem für dieses besondere Thema und im Schaumburger Kinderhilfswerk ICH - International children help fand sie Gehör. Sie ist nun Mitglied und Projektleiterin dieser Initiative. Im Präsidium des Kinderhilfswerks fand Meyer-Engelke mit ihrem Vorschlag offenes Gehör und Präsident Dr. e.h. Dieter F. Kindermann, der selbst einige Jahre in Bad Nenndorf zur Schule gegangen ist und die Nenndorfer Zeit mit vielen guten Erinnerungen verbindet, freut sich insbesondere darüber, dass mit dem neuen Projekt von Meyer-Engelke etwas Großes bewegt werden kann. Die Zukunft kann nur aus Handeln bestehen. Es gibt viele bereite Mitbürger, die großes Interesse daran haben, Hilfe mit verschiedenen Aufgabenstellungen zu leisten.
Projektleiterin Elisabeth Meyer-Engelke mit Präsident Dr. e.h. Dieter F. Kindermann gehen Kinderarmut in Bad Nenndorf an.
Die Besorgnis und tatsächliche Realität der zunehmenden Gewalt, Kinderarmut und ungleichen Bildungschancen machen täglich Schlagzeilen. Kinder unserer Zeit wachsen häufig in einem schwierigen Umfeld auf. Elisabeth Meyer-Engelke stellte sich immer wieder die Schlüsselfrage: "Warum gelingt es einigen Menschenkindern, obwohl vieles dagegen spricht, ein gutes Leben zu führen und anderen nicht?". Exemplarisch nannte sie Freiheitskämpfer Nelson Mandela oder Gerhard Schröder, die unter einem schlechten Stern geboren wurden und dennoch zu leistungsbereiten und zufriedenen Mitgliedern der Gesellschaft heranwuchsen. Das Glücksgeheimnis und der beste Schutzfaktor heißen Resilienz, so nennt die Wissenschaft die psychische Widerstandsfähigkeit und strapazierfähige Verfassung der Seele. Kinder, die einen zuversichtlichen mutmachenden Wegbegleiter an ihrer Seite haben gewinnen zunehmend Vertrauen in ihre Selbstwirksamkeit, d.h. sie bejahen sich selbst, fühlen sich zugehörig, sind integriert und erfahren, dass sie selbst ihrem Leben eine positive Richtung geben können. Eine weitere neurobiologische Erkenntnis ist, dass ohne Bindung keine Bildung möglich ist. Emotionale Lernerfahrungen prägen das Gehirn signifikant. Darauf aufbauend entwickelte Elisabeth Meyer-Engelke ein nachhaltiges Gesamtkonzept. Mittlerweile engagieren sich Nenndorfer Bürger als Mentoren in drei Teilprojekten und ermöglichen dadurch Kindern vor Ort bessere Zukunftsperspektiven. Lesen, Textverständnis und eine gute Allgemeinbildung sind das A und O, um einen erfolgreichen Einstieg in das Schul- und Berufsleben zu finden. Deshalb werden ab den Herbstferien an der Berlin-Schule Mentoren aktiv, die aus Lesemuffeln Bücherwürmer machen sowie bei den Hausaufgaben unterstützen. Je nach Alter der Kinder werden sie in den Räumen der Grundschule in der 5. und 6. Stunde betreut. Dritte Säule des Gesamtkonzeptes ist das "Tandem-Projekt". Dort kommen Aktivpaten zum Einsatz, die einmal wöchentlich einen Nachmittag mit ihrem Patenkind verbringen. Gesucht und gefunden wurden Menschen, die gerne bereit sind, etwas von ihrer Zeit, ihrem Wissen, ihren Erfahrungen und Werten weiterzugeben. Im Vordergrund stehen unter anderem spielen, nähen, kleine Unternehmungen oder das Einnehmen einer Tischmahlzeit. Die Mentoren schätzen das intensive Miteinander, da sie durch ihre sinnstiftende und spannende Aufgabe ein Plus an Lebensqualität und Zufriedenheit gewinnen. Das Prinzip des Kinderhilfswerks ICH - International children help e.V. ist, nicht auf staatliche Hilfe zu setzen und auch Fördermittel einzufordern, die der Staat beim besten Willen nicht leisten kann. Nach dem Staat zu rufen, um finanzielle Unterstützung zu erhalten, ist der falsche Ansatz und so setzt das Kinderhilfswerk mit der Projektleiterin Elisabeth Meyer-Engelke u.a. darauf, dass nicht nur weitere Freiwillige, die bestens mit ihrer künftigen Arbeit vertraut gemacht werden, sich bei ihr direkt melden, sondern dass auch weitere Nenndorfer Geschäftsleute die Sammeldosen für die "Cent-by-Cent-Aktion" aufstellen. Das Aufstellen einer solchen Sammeldose kostet nichts, bringt aber viel. Mit den Erlösen sollen die Kosten für notwendige Anschaffungen wie Bücher, Material oder auch Ausflüge, Besuche in Museen, Zoo etc. finanziert werden. Alle in der Region Bad Nenndorf gesammelten Cent-Beiträge fließen ausschließlich in das vorbenannte Projekt. Informationen über das Kinderhilfswerk, siehe hier auch Tandem-Projekt, unter www.int-children-help.de. Ein direkter Kontakt zur Projektleiterin Elisabeth Meyer-Engelke ist zudem unter 05723/914335 oder aber über E-Mail e.meyer-engelke@int-children-help möglich.
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