BAD NENNDORF (pd). "Philosophie für Fünftklässler?" - Was auf den ersten Blick ziemlich ungewöhnlich erscheint, haben Jungen und Mädchen des Gymnasiums Bad Nenndorf mit Bravour absolviert. Und zwar in Form eines Projekttages unter dem Motto "Rattenscharfes Denken" zum Thema "Mensch-Natur-Technik". Verantwortlich dafür waren allein Studienreferendare des Gymnasiums, die vom Fachobmann der Philosophie-Kurse an der Oberstufe, Christoph Wolter, unterstützt wurden. Eine große Hilfe war den Organisatoren auch der Einsatz von Oberstufenschülern, die den ganzen Schultag über verschiedene Schülergruppen betreut haben.
Als Nenas Hit von den "99 Luftballons" erklingt, entlassen die Schülerinnen und Schüler ihre Ballons mit den "rattenscharfen Fragen" in den Himmel.
"Da fliegt ja meiner!" - Die Jungen und Mädchen hatten Spaß am Thema und am Abschluss.
"Wir wollen die Schüler dazu ermuntern, sich Gedanken für die Welt zu machen", formuliert Referendarin Jaqueline Nagel in kurzen Zügen das Ziel des Projekttages, der auch in den Aufbau einer Philosophie-Arbeitsgemeinschaft für fünfte Klassen münden soll. Zur Einführung in das Thema hörten sich die Jungen und Mädchen im Mehrzweckraum die Geschichte "Ein Baum erzählt aus seinem Leben" an. Darin geht es um Klimaveränderung und mutwillige Zerstörung der Natur durch den Menschen. Im Anschluss daran folgte eine Aussprache. In Collagen stellten die Fünftklässler dann ihre Ideen und Gedanken zu dem Thema dar. In einem Rollenspiel mit dem Titel "Das macht doch nichts" fanden die Jungen und Mädchen heraus, dass auch die kleinste Kleinigkeit durchaus Einfluss auf den Zustand der Erde und ihrer Tier- und Pflanzenwelt nehmen kann. Eine Jury lobte am Ende des Projekttages kleine Preise für die ihrer Meinung nach aussagekräftigsten Arbeiten aus. Höhepunkt des Tages war der Moment, als die 130 Schülerinnen und Schüler grüne Luftballons in den Himmel fliegen ließen. An den Ballons hingen Postkarten mit eben jenen "rattenscharfen Fragen", die sie zum Abschluss des Projektes allein nicht schlüssig beantworten konnten. Zum Beispiel "Wie ist es im Himmel?" oder "Warum werden Bäume abgeholzt?" oder "Warum werden Tiere gequält?" Jetzt hoffen alle Teilnehmer des Philosophie-Projektes auf möglichst viele Antworten von Leuten, die die Ballons irgendwann finden. Foto:pd