1. Polizei sieht eine deutliche Zunahme des Gewaltpotenzials

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    BAD NENNDORF/LANDKREIS (bb).

    Frank Kreykenbohm, Leiter der

    Polizeiinspektion Nienburg/Schaumburg und Einsatzleiter, erläuterte auf der Pressekonferenz am Mittwoch im Kreishaus, dass sich das Lagebild mit dem Näherrücken der Veranstaltungen in Bad Nenndorf schrittweise verschärft habe. Einerseits rechne die Polizei mit einer Verdoppelung der Zahl gewaltbereiter Linksextremer, die sich unter die Gegendemonstranten mischen. Dabei habe man Anzeichen für die Anreise von Linksextremen etwa aus Hamburg, Berlin oder Göttingen, die Erfahrungen im Bereich gewaltsamer Auseinandersetzungen hätten. Hinzu komme, dass auch ein Anstieg der Zahl sogenannter "Autonomer Nationalisten" im sogenannten Trauermarsch der Rechten prognostiziert werde, die bereit zur gewaltsamen Auseinandersetzung mit Gegendemonstranten und der Polizei seien. Hinzu komme die Diskussion "im bürgerlichen Lager" der Trauermarschgegner, in denen illegale Aktionen wie Sitzblockaden als Mittel in Betracht gezogen würden. Er wolle keine pauschale Aussage über die Gegendemonstranten treffen, Ziel vieler seien sicherlich friedlicher Aktionen, so Kreykenbohm. Die Diskussion über solche Aktionsformen in einigen Kreisen der Gegendemonstranten zeige jedoch Grenzverschiebungen an, welche die Arbeit der Polizei erschweren würden. Dies alles vor dem Hintergrund steigender Teilnehmerzahlen und der kleinstädtische Struktur Bad Nenndorfs habe dazu geführt, dass man deutlich mehr Polizisten als im Vorjahr und ursprünglich geplant benötige, um die Situation beherrschen zu können. Es gehe hier um die Größenordnung von Hundertschaften, gab Kreykenbohm auf Nachfrage an. Das niedersächsische Innenministerium habe jedoch erklärt, dass man zusätzliche Kräfte im benötigten Umfang nicht zur Verfügung stellen könne. Andere Großveranstaltungen in Niedersachsen und im Bundesgebiet würden dies unmöglich machen. Unter diesen Umständen sei die Erfüllung des Auftrages für die Polizei nicht möglich, den Schutz beider Veranstaltungen sowie unbeteiligter Dritter zu gewährleisten, hielt Kreykenbohm fest.

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