RINTELN (ste). Rinteln ist eine Stadt mit Tradition und Geschichte und lädt am morgigen Sonntag zu einem verkaufsoffenen Sonntag die Besucher in die Innenstadt ein. Neben dem Altstadtfest, das mit 70 Stunden Musik und einem attraktiven Programm für alle Altersgruppen für beste Unterhaltung sorgt, hat die Stadt allerdings auch ruhige Ecken zu bieten und vor allem: "Geschichte auf Schritt und Tritt!"
Der Marktplatz steht an diesem Wochenende im Zeichen des Altstadtfestes.
Die ersten Siedlungen wurden bereits 1150 am Nordufer der Weser errichtet, doch planmäßig angelegt wurde die Stadt erst 1235 durch den Grafen Adolf IV von Holstein-Schaumburg auf der Südseite. 1239 erhielt Rinteln das Stadtrecht nach Lippstädter Vorbild und die Steinmauer, mit der die Stadt befestigt wurde, ist zum Teil noch heute zu sehen (Mühlenstraße - Hinter der Mauer).
Die Schaumburger Grafen sahen die Gründung Rintelns vor allem vor einem strategischen Hintergrund, denn Rinteln sollte als Bollwerk gegen die territorialen Machtansprüche des Bischofs von Minden dienen. Der hatte sich nämlich schon in Möllenbeck mit seinem Kloster breit gemacht und streckte seine Fühler weiter aus.
Die günstige Verkehrslage der Stadt und Privilege wie Wegezollrecht, Gerichtsbarkeit und das Messeprivileg, das heute noch traditionell am Ratskeller ausgehängt wird, lassen die Stadt einen bedeutenden Aufschwung nehmen. Handel und Handwerk blühen auf und auch die Ackerbürger aus den umliegenden Siedlungen finden in der Stadt ihre neue Heimat.
Aus Rinteln wird ein Umschlagplatz für Waren, besonders aus Bremen und den Niederlanden; die Weser erweist sich als echte Goldgrube im wechselseitigen Handel, insbesondere wegen der Verschiffung von Getreide, Steinkohle und dem begehrten Sandstein. Wohlstand breitet sich aus, stolze Fachwerk- und Sandsteinbauten entstehen im Stil der Weserrenaissance, Adelshöfe wie derer von Münchhausen, von Zersen, von Oheimb und anderen stammen aus dieser Zeit.
Der Prinzenhof, heute Domizil der Sparkkasse in Schaumburg, diente als Stadthof der Schaumburger Grafen.
Im 17. Jahrhundert geht die Wirtschaftskraft der Stadt durch Pest und Truppeneinquartierungen zurück, doch Rinteln erhält durch die Einrichtung einer Universität am Kollegienplatz neue Impulse.
Die Eulenburg, heute Heimstatt des Museums, wird Sitz der Regierung des hessischen Landesteils.
Landgräfin Hedwig Sophie lässt die Stadt zur Festung mit Garnison ausbauen und es folgt eine wechselhafte Geschichte mit mehrfachen und mehrjährigen Besetzungen der Stadt.
Napoleon lässt 1807 die Festung Rinteln "schleifen" und der junge König Jerome stellt 1809 den Betrieb der Universität ein. Im 19. Jahrhundert geht es dann wieder aufwärts mit der Stadt. 1847 erhält Rinteln eine feste Weserbrücke mit Steinpfeilern, die Bahnlinie Elze-Löhne wird 1875 eingeweiht und damit liegt Rinteln wieder verkehrsgünstig zwischen boomenden Wirtschaftszentren wie Berlin und Köln.
Die Glashütte Stoevesandt wird gebaut, die Wälle der Stadt werden mit Villen bebaut, 1886 wird die katholische St. Sturmius-Kirche errichtet und die ersten Siedlungen der Nordstadt gründen sich.
Im zweiten Weltkrieg ist Rinteln Lazarettstadt.
Die Kreisreform von 1974 gliedert 18 benachbarte Gemeinden in die Stadt ein und lässt Rinteln zur größten Kommune des Landkreises Schaumburg mit rund 28.000 Einwohnern werden. Wer noch mehr über die Geschichte der Stadt lesen möchte, dem sei das Buch von Ulrich Künkel empfohlen.
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