BAD NENNDORF (bb). Mit einer friedlichen und farbenfrohen Protestaktion will das "Bündnis Bad Nenndorf ist bunt" dem Aufmarsch der Rechtsextremen am kommenden Wochenende in der Kurstadt entgegentreten. Das Bündnis ruft alle Bürger dazu auf, am Sonnabend bei der Gegendemonstration und dem Fest des VfL Bad Nenndorf sowie bei den Aktionen am Freitag Flagge zu zeigen für eine weltoffene und tolerante Gesellschaft.
Sigrid Bade und Jürgen Uebel vom Bündnis Bad Nenndorf ist bunt hoffen, dass viele Bürger an der Bahnhofstraße ihre Grundstücke mit den Plakaten gegen den Aufmarsch der Rechtsextremen ausstatten.
"Es kann nicht angehen, dass wir kuschen müssen, wenn eine Bande von Nazis nach Bad Nenndorf kommt", erklärte Jürgen Uebel vom "Bündnis Bad Nenndorf ist bunt" bei der Vorstellung des Programms gegen den Aufmarsch der Rechtsextremen. Am Freitag, dem 13. August, startet das Bündnis die Aktivitäten. Freiwillige Helfer sind aufgerufen, um 14 Uhr zum Treffpunkt vor dem Schlammbadehaus zu kommen. Mit ihrer Hilfe soll die Marschroute der Rechtsextremen farbenfroh geschmückt werden.
Das Bündnis wird Material ausgeben, sehr willkommen wären jedoch mitgebrachte Dekorationsartikel von Luftballons bis zu bunten Hemden, Krawatten oder Wäscheleinen. Außerdem sollen Transparente und Plakate an Fassaden und in den Vorgärten auf dem Weg vom Bahnhof zum Wincklerbad angebracht werden. "Wir freuen uns über jeden der mitmacht", so Uebel. Anwohner erhalten Plakate und Transparente bei den Bündnismitgliedern. Der sogenannte Trauermarsch der Rechtsextremen sei Heuchelei und keine echte Trauer, hielt Uebel fest. Entsprechend gelte es, die Strecke möglichst farbenfroh zu gestalten. Die Schmückaktion soll bis etwa
17 Uhr dauern, ab 18 Uhr folgt eine Kundgebung vor dem Wincklerbad.
Für Sonnabend, den 14. August, den Tag des Aufmarsches der Rechtsextremen, ruft das Bündnis unter dem Motto "Bunt statt braun - Den Nazis entgegentreten" zur Gegendemonstration auf. Um 10.30 Uhr beginnt die Demonstration mit einer Kundgebung in der Bornstraße hinter dem Bahnhof. Ab 11 Uhr bewegt sich der Demonstrationszug dann zum Thermalbad. Hier findet von etwa 12 Uhr bis 16 Uhr eine zweite Kundgebung statt. Mit musikalischen Beiträgen und verschiedenen Rednern soll ein abwechslungsreiches Programm gestaltet werden, das auch akustisch einen Gegenpunkt zum Aufmarsch der Rechtsextremen setzt.
Ursprünglich war es das Ziel des Bündnisses, den Demonstrationszug bis zum Sportfest des VfL Bad Nenndorf auf dem Gelände an der Bahnhofstraße zu führen. Die Auflagen der Genehmigungsbehörde erlauben jedoch keine Querung der Bahnhofstraße. Gegen diese Auflagen geht der DGB als Bündnismitglied gerichtlich vor. Ob das Bündnis eine andere Streckenführung als bis zum Thermalbad vor dem Verwaltungsgericht erstreiten kann, stand bei Redaktionsschluss noch nicht fest.
Der VfL beginnt sein Sportfest "Bad Nenndorf bewegt sich - Sportler gegen Rassismus und Gewalt" um 11 Uhr auf dem Gelände in der Bahnhofstraße. Ballspiele, Hüpfburg und andere Bewegungsspiele stehen auf dem Programm. Der Eintritt von der Bahnhofstraße ist an diesem Tag aufgrund der Sicherheitsauflagen nicht möglich, er muss vom Gymnasium aus erfolgen.
Das Bündnis rechnet nach den Angaben von Steffen Holz mit rund 2000 Gegendemonstranten nach rund 1500 im Vorjahr.
Holz und Uebel betonten, dass das Ziel ein friedlicher Protest sei. Es gehe den Organisatoren nicht um eine Eskalation der Situation. Wenn der "berechtigte Protest der Bürger in Bad Nenndorf gegen den rechtsextremen Aufmarsch" aber mit dem Hinweis auf die Gefahr der Provokation der Rechtsradikalen durch Auflagen der Behörden deutlich eingeschränkt werde, dränge sich die Frage auf, warum der sogenannte Trauermarsch nicht verboten werde.
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