STEINBERGEN (ste). Der TSV Steinbergen, gegründet vier Jahre vor Beginn des ersten Weltkrieges, feiert seinen 100. Geburtstag (SW berichtet über das Programm an anderer Stelle).
Mit Wilhelm Wessel, Ernst Kappmeier, Alfred Tautz, Bruno Neuser, Fritz Wessel, Rainer Steuer, Günther Behling, Horst Legowski, Artur Böger und heute Wigand Polej hatte der Verein nach dem Ende des zweiten Weltkrieges zehn Vorsitzende. Über die Gründungsjahre von 1910 bis 1933 konnten die Chronisten das Vereinsleben nicht lückenlos nachvollziehen, da bis dahin der heutige TSV Steinbergen noch als zwei Vereine geführt wurde. Anfangs hieß der Ursprungsverein "Arbeiter-, Turn- und Sportverein Steinbergen" und war quasi zweigeteilt in den Bereich des Arbeitervereins und der Sportler.
Da keinerlei Sportgerätschaften vorhanden waren, ging man zu Freiübungen auf die grüne Wiese. Reck, Barren und Pferd wurden durch die Einnahmen bei Festveranstaltungen angeschafft. Der erste Weltkrieg brachte jedoch die Vereinsarbeit zum Erliegen und riss am Ende große Lücken in die Reihen der Sportler.
Doch nach 1918 ging es wieder aufwärts. Man entdeckte Feldhandball für den Verein, errichtete einen provisorischen Sportplatz unterhalb der Arensburg und der wurde 1930 vom Landkreis als der heutige Sportplatz mit einer benachbarten Badeanstalt errichtet. Schon ein Jahr zuvor wurde die Sporthalle im Ort eingeweiht. Als 1933 alle "Arbeitervereine" aufgelöst wurde, fusionierten die beiden Vereine in Steinbergen zum "Turn- und Sportverein Steinbergen", kurz TSV Steinbergen.
Auch der zweite Weltkrieg ließ im Verein das sportliche Leben erliegen und riss wieder einmal große Lücken in die Zahl der Mitglieder. Nach 1945 ging es dann rasant aufwärts. Fußball und Handball standen groß im Kurs und natürlich wurde auch wieder kräftig geturnt. Die 60er, 70er und 80er Jahre sind dann geprägt von Neugründungen weiterer Abteilungen und die Mitglieder schafften mit viel Eigenarbeit großzügige Erweiterungen an den Sportanlagen des Ortes. Erstmals tritt 1988 mit Ingrid Buchmeier eine Frau als zweite Vorsitzende an. 1992 wurde das Vereinsheim am Sportplatz abgerissen und neu gebaut, allerdings nach "abgespeckten" Plänen. Die vom TSV der Stadt Rinteln angebotene "Eigenleistung" lehnte der Rat als "Schwarzarbeit" ab; so ändern sich die Zeiten!
In den 90er Jahren boomt die Tischtennisabteilung des Vereins. Melanie und Yvonne Wenzel werden für ihre Erfolg auf Landesebene ausgezeichnet und die erste TT-Damenmannschaft steigt in die Oberliga auf. Später steigt sie noch in die Regionalliga West auf.
Seit 2002 führt Wigand Polej jetzt den Verein und er bilanziert: "Der Verein steht auf gesunden Füßen!" Und Polej weiß auch: "Die Jugend von heute will Action und Fun und wir dürfen uns neuen Angeboten nicht verschließen!"
Gewürdigt wird die Arbeit des TSV Steinbergen in der Festschrift auch in Grußworten von Heiner Bartling als Ortsbürgermeister und Präsident des Niedersächsischen Turnerbundes. Rintelns Bürgermeister Karl-Heinz Buchholz, Hartmut Krause als Bürgermeister der Gemeinde Buchholz, die eng mit dem TSV Steinbergen verbunden ist, Landrat Heinz-Gerhard Schöttelndreier, André Bödecker als Vorsitzender des Turnkreises Schaumburg, Marco Vankann vom NFV-Fußballkreis Schaumburg, Karl Rothmund als Präsident des Niedersächsischen Fußballverbandes, Dieter Fischer als Vorsitzender des Kreissportbundes Schaumburg sowie Heinz Böhne als Präsident des Tischtennis-Verbandes Niedersachsen ließen es sich nicht nehmen, Glückwünsche in Grußworten auszusprechen. Die Festschrift zum 100-jährigen Jubiläum des Vereins ist 1.600 Mal gedruckt und in allen Steinberger und Buchholzer Haushalten verteilt worden. Foto: ste/privat