1. Kurpark ein "politischer Zankapfel"?

    Niedersächsischer Heimatbund geht mit Politik hart ins Gericht

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    BAD NENNDORF/HANNOVER (pd). Der Kurpark von Bad Nenndorf findet auch in der "Roten Mappe" des Niedersächsischen Heimatbundes (NHB) eine Erwähnung. Allerdings nicht unbedingt in einem positiven Licht. Das Gerangel um die Umgestaltung des historischen Areals wird in dem Jahresbericht des NHB in negativer Form dargestellt. Der Bericht ist im Mai veröffentlicht worden und hat die Landesregierung auch gleich zu einer Antwort veranlasst. Die Geschichte über den Kurpark ist überschrieben mit "Das traurige Ende eines Gartenkunstwerks aus der Zeit der frühen Landschaftsgärten in Deutschland".

    Der Heimatbund stellt in seiner "Roten Mappe" fest: "Das Land hat als Denkmaleigentümer eine hohe Verantwortung. Kann es sich kurzfristig durch Verkauf aus dieser Verantwortung befreien? Im Jahr 2005 ging der gartenkünstlerisch wichtige Kurpark von Bad Nenndorf vom Land in den Besitz der Stadt über. Nun bedarf der Park dringend einer gartendenkmalpflegerisch konzipierten Restauration. Abgesicherte Konzepte liegen vor, doch der Rat der Stadt ist zerstritten und will sich nicht über dringend notwendige Umsetzung der Pläne verständigen. Streit gefährdet das Parkdenkmal. Nimmt das Land seine Verantwortung als Oberste Denkmalschutzbehörde und seine Pflicht als historischer Eigentümer wahr, indem es auf die Stadt einwirkt?"

    Weiter heißt es in der Ausarbeitung, der Park befinde sich in keinem guten Zustand. Aufgrund von der aus Verkehrssicherungspflicht erwachsenen Notwendigkeiten seien vom Rat der Stadt Vorentwurfsplanungen für eine Restaurierung des Gartendenkmals in Auftrag gegeben worden. Diese Planungen würden die Ergebnisse und Empfehlungen älterer, im Rahmen von Examensarbeiten erstellten Gutachten bestätigen.

    In einer öffentlichen Sitzung sei das Ergebnis der Vorplanungen präsentiert worden. "Allerdings konnten sich die politisch verantwortlichen Parteien fraktionsübergreifend nicht auf eine notwendige und auf der gartendenkmalpflegerischen Gesichtspunkten beruhende Variante der Instandsetzung des Parks einigen, obwohl dies von der Stadtverwaltung in einem Beschlussvorschlag dringend empfohlen wurde" wird weiter erläutert. Es entstehe nun der Eindruck, dass der Kurpark zum politischen Zankapfel im Ränkespiel der Parteien geworden sei. Selbst die derzeitige Verfügbarkeit von Fördergeldern bis zur Höhe von 66 Prozent der Projektkosten würde die lokalpolitisch Verantwortlichen nicht dazu bewegen, im Sinne einer Enthaltung dieses Kulturdenkmals zu handeln. Der NHB appelliert in seinem Bericht an die Stadt Bad Nenndorf, rasch zu guten Entscheidungen zu kommen und diese umzusetzen. Der Heimatbund sieht aber auch beim Land eine besondere Verantwortung, die angemessene Erhaltung des Parks durchzusetzen.

    Die Antwort vom damaligen Ministerpräsidenten Wulff dazu ist in der "Weißen Mappe" nachzulesen. Darin wird festgehalten, dass die dem Landesamt für Denkmalpflege bekannten Planungen für die Bereiche Promenade - der so genannten Esplanade - , Sonnengarten und Teilbereiche des Landschaftsgartens gelten. Hier würde es sich in erster Linie um Absichten zur Neugestaltung und nicht um Restaurierungen oder Pflegemaßnahmen handeln. In die Planungen seien der Landkreis Schaumburg als untere Denkmalschutzbehörde und das Landesamt von Beginn an mit eingebunden. Die wesentlichen Grundzüge der historischen Konzeption seien in regelmäßigen Abstimmungsgesprächen mit Planern und Politik dargestellt worden. Sie sollen in der Neuplanung berücksichtigt werden. Die entsprechenden Fördergelder seien inzwischen fristgerecht beantragt worden. "Die Tourismusförderung wird nur auf der Grundlage des mit der Denkmalpflege abgestimmten Gesamtkonzeptes für den Kurpark gewährt, so dass bei Bewilligung alle Maßnahmen im Planbereich in den nächsten Jahren zwingend durchzuführen sind", stellt die Landesregierung fest. Damit sei ein Anfang gemacht worden, der "einen positiven Ausblick eröffnet", heißt es abschließend in der Stellungnahme der Landesregierung.

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