1. "Du deutsches Mädel gehörst zu uns!"

    Frauenbild im Wandel der Zeiten: Ausstellung mit Wahlplakaten von 1919 bis 2005

    Dieser Eintrag wird bereitgestellt durch Schaumburger Wochenblatt | Impressum

    RINTELN (km). Im Rahmen der Sommeruniversität wurde am Sonntag in im Sparkassem-Foyer an der Klosterstraße eine Ausstellung unter dem Titel "... um die Stimmen der Frauen - Das Frauenbild im Spiegel der Wahlplakate" eröffnet.

    Die Ausstellung präsentiert historische und aktuelle Plakate von Reichs- und Bundestagswahlen und dokumentiert, wie Parteien um die Gunst der Wählerinnen buhlen, verdeutlicht Kontinuität und Wandel von Frauenbildern und zeigt künstlerisch-ästhetische Gestaltungsmittel in der Wahlwerbung auf.

    Die Präsentation wurde durch eine Kooperation zwischen der Sparkasse, der Gleichstellungsbeauftragten der Stadt Rinteln und der Volkshochschule ermöglicht.

    Bei der Eröffnung freuten sich die Veranstalter besonders über eine Gruppe von Jung-Studentinnen, die sich der Thematik interessiert zeigten - in die im Folgenden die die Dr. Karin Ehrich einführte.

    Die Historikerin wies dabei besonders darauf hin, warum es erst seit 90 Jahren Plakate gebe, auf denen politische Parteien die vermeintlichen "Rechte" von Frauen thematisieren: Weil Frauen in Deutschland eben erst seit 1919 wählen dürfen - und das waren immerhin seinerzeit rund 18 Millionen. Auch über die Präferenzen der heutigen weiblichen Wählerschaft wusste die Referentin gut Bescheid.

    Zum Beispiel darüber, wer bei den wahlberechtigten Frauen besonders schlechte Karten habe: Das seien eindeutig die Linken und die FDP.

    Während ausgerechnet die SPD auf einem ihrer ersten historischen Plakate 1919 halbherzig offenbar mahnte "Gleiche Rechte - gleiche Pflichten", beherrschten andere Parteien - von rechts außen durch die Mitte nach links außen - bereits das Unsägliche, das Nichtssagende, was von den heutigen Parteien fast schon zur Kunstform veredelt worden ist.

    "Wir in Deutschland" lautet die schrille Parole heute, mit "Du deutsches Mädel gehörst zu uns!" warb einst Adolf Hitler um die Gunst des weiblichen Geschlechts.

    Und zu dem Spruch der SED, "Hausfrauen - Eure Sorgen sind unsere Sorgen", fällt einem schließlich gar nichts mehr ein. Dann vielleicht doch lieber "Wir in Deutschland".

    Foto: km

  2. Kommentare

    Bitte melden Sie sich an