1. 70 Dozenten von 16 Universitäten führen junge Leute in das akademische Leben ein

    323 angehende Studenten von nah und fern schreiben sich für eine Woche in Rinteln ein / 100 Seminare aus allen Studienfächern

    Dieser Eintrag wird bereitgestellt durch Schaumburger Wochenblatt | Impressum

    RINTELN (km). Bei tropischem Sommerwetter wurde am vergangenen Samstag die sechste Rintelner "Sommeruniversität" eröffnet. Abermals im Brückentorsaal statt auf dem Kollegienplatz begrüßten VHS-Chefin Undine Rosenwald-Metz, Projektleiterin Dunja Cordes, Bürgermeister Karl-Heinz Buchholz und die stellvertretende Landrätin Helma Hartmann-Grolm die 323 Teilnehmer - exakt einen einzigen weniger als im vergamgenen Jahr.

    Dabei wurde zwar auch gleich eine der Intentionen der Veranstalter deutlich: Die Simulation des studentischen Lebens soll vor allem dazu beitragen, die akademischen Erfolgs-Quoten zu verbessern, da rund 25 Prozent aller Studenten an Universitäten und Fachhochschulen ihr Studium ohne Abschluss beenden. Gleichwohl waren diesmal auch einige neue Töne zu hören - kein Paradigmen-Wechsel, aber immerhin: Wer zu der Auffassung gelange, eine akademische Karriere sei nichts für ihn, der könne auch auf andere Weise glücklich werden, stellten unisono eigentlich alle Redner sinngemäß fest - wenngleich, so Undine Rosenwald Metz, der Abbruch eines Studiums oft auch einen "Karriere-Knick" einleiten könne.

    Als Vertreter der zentralen Einrichtung für Weiterbildung an der Leibniz-Universität Hannover wies Dr. Martin Beyersdorf allerdings auch darauf hin, dass selbst "abgebrochene" Studenten heutzutage mehr Chancen im Berufsleben hätten als solche, die gar nicht erst ein Studium angefangen hätten.

    Und während sich Bürgermeister Karl-Heinz Buchholz darüber freute, dass sich durch die 323 jungen Gäste das Durchschnittsalter in Rinteln temporär erheblich gesenkt habe, zeigte sich Helma Hartmann-Grolm besonders zufrieden darüber, dass diesmal besonders viele "Weserbergländer" dabei seien. Eingedenk der Hitze empfahl Karll-Heinz Buchholz den jungen Leuten schließlich den Besuch der Biergärten in Rinteln - und besonders am Möllenbecker Kloster. Der lockere Ton der Redner wurde vom Publikum in der Brückentor-Sauna adäquat quittiert - mit fast über Gebühr häufigem und andauerndem Applaus.

    Im Angebot der Sommeruniversität befinden sich über 100 Seminare und Vorlesungen aus allen gängigen Studienfächern: Geschichte, Philosophie, Psychologie, Pädagogik, Jura, Politik, Theologie, Wirtschaftswissenschaften, Kunst, Musik und Naturwissenschaften. Um die angehenden Studenten kümmern sich insgesamt 70 Dozenten von 16 Universitäten.

    Und um die intellektuellen Bemühungen der Wissensdurstigen nicht ins Verbissenene abgleiten zu lassen, warten die Veranstalter auch mit einem vielfältigen Freizeitprogramm auf. Den Auftakt bildete am Samstagabend in der Kulisse eine "Welcome Night" mit der Band Heatstroke. Auf dem Markplatz war zuvor die erste wirklich fahrbare Disko der Welt zu bewundern - gesteuert vom "DanceParader", der zuvor schon mit einem Überraschungsauftritt im Brückentor auf sich aufmerksam gemacht hatte. Am heutigen Mittwoch, dem 21. Juli, stehen diverse sportliche Aktivitäten auf dem Programm. Um 20 Uhr lädt Kreiskantor Wolfgang Westphal zu einer Orgelführung mit kleinem Konzert in die Nikolai-Kirche ein. Am morgigen Donnerstag will Jürgen Wiemer ab 17 Uhr auf dem Marktplatz die Ergrbnisse seines Straßentheater-Workshops aufführen. Um 19 Uhr beginnt in der "Kulisse" ein afrikanischer Trommelworkshop mit Eik Hüllhorst. Und das kulturelle Finale der Sommeruni findet wieder einmal im "Happy Night" statt. Beginn des Disko-Abends ist um 22 Uhr, das Ende offen.

    Foto: km

  2. Kommentare

    Bitte melden Sie sich an