1. Schicksal der Blutbuchen heftig diskutiert

    Neues Baugebiet: Die WGN scheitert mit Antrag auf Ausschreibung eines Wettbewerbs

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    BAD NENNDORF (pd). Wie erwartet entstand sich im Verlauf der Debatte über von einem Planer präsentierten Entwürfe zum Baugebiet "Westlicher Kurpark" (ehemalige Tennisplätze an der Bahnhofstraße) erneut ein Schlagabtausch über den Erhalt des Blutbuchen-Ensemble auf dem Areal. Es gab aber auch einen neuen Aspekt: Die Wählergemeinschaft Nenndorf (WGN) scheiterte nur knapp mit einem Antrag, für das Gelände einen städtebaulichen Wettbewerb ausschreiben zu lassen. Frank Steen, WGN-Sprecher, dazu "Wir werden das im Rat weiter versuchen".

    Nach dem Willen des Bauausschusses der Stadt Bad Nenndorf geht der Entwurf des Planers Matthias Reinhold in die öffentliche Auslegung. Das Gremium sprach sich einstimmig dafür aus, die Bebauung entlang der Bahnhofstraße fast durchgängig dreistöckig zu errichten. So soll eine klare Baukante geschaffen werden. Als "nicht verhältnismäßig aufgrund der Planungen" bezeichnete Reinhold den Erhalt der Rotbuchen. Die Gesamtabwägung habe zu dieser Aussage geführt. Beim Erhalt der Bäume müsse der Investor auf 20 bis 30 Prozent weniger Fläche verzichten. Den drei mächtigen Buchen müsse man die bis zu 45 neuen Einzelbäume entgegenstellen, die in dem neuen Baugebiet zwischen den einzelnen Parzellen gepflanzt werden sollen. Der Verlust würde also "adäquat ersetzt", drückte es der Planer aus. Man müsse bei allem "das große Ganze" im Blick behalten und die "maximale Fläche im Sinne des Investors" nutzen.

    Um alle Möglichkeiten für den Erhalt der Buchen auszuleuchten, wäre nach Auffassung der WGN ein städtebaulicher Wettbewerb sinnvoll. Schließlich läge die Planungshoheit bei der Stadt, brachte ein Zuhörer in der Bürgerfragestunde vor.

    Der Investor könne von der Stadt verpflichtet werden, den Wettbewerb zu finanzieren, führte Steen noch an. Die Volksbank sei finanziell dazu in der Lage, auch weil nach seinen Informationen die Nachfrage nach Grundstücken auf dem Areal sehr groß sei. Steen glaubt auch, dass die Rotbuchen ein zusätzliches Kaufargument für Bauwillige sein könnten.

    Reinhold stellte dagegen, dass nach seiner Einschätzung die Volksbank kein Interesse an einem solchen Wettbewerb haben würde. Er erinnerte noch einmal daran, dass ein Gutachter die Bäume als gefährdet eingestuft hätte. Ratsherr Biener (parteilos) zeigte sich enttäuscht von den Plänen. Die Blutbuchen seien ein "einmaliges Ensemble". Mit drei Ja- und vier Neinstimmen wurde der Vorschlag für den Wettbewerb abgelehnt.

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