RINTELN (ste). "Können Vögel hören?" - "Warum kommt Nebel aus meinem Mund?" - "Warum gehen Enten im Wasser nicht unter?" - "Warum schwimmt ein Schiff aus Eisen?" und "Warum ist der Himmel blau?" Diese und andere Fragen prasseln täglich auf Eltern und Erzieher in Kindertagesstätten ein und oft hört man sich selbst hilflos sagen: "Weil das so ist!" Die Leiterin der Kita am Krankenhaus, Catrin Witt, hat mit ihrem Team immer schon versucht, auf der erklärenden Sachebene Fragen der Kinder zu beantworten. Doch jetzt soll es noch tiefer in die Materie gehen, soll Wissen noch nachhaltiger vermittelt werden. Witt und ihr Team sind Teil eines Modellprojektes, bei dem der Kindergarten Pohle, der städtische Kindergarten Vehlen sowie die Kita am Krankenhaus Fragen nach der "Kognitiven Meisterlehre - ein Modell für einen barrierefreien Einstieg in die Naturwissenschaften" beantworten wollen. Dazu ist Eva von Löbbecke-Lauenroth als Koordinatorin in der Kita. Die Biologin begleitet seit vielen Jahren naturwissenschaftliche Kurse in Kindergärten und Schulen und wird wissenschaftlich unterstützt von Prof. Dr. Anke König von der Hochschule in Vechta. Getragen wird das Projekt von der Volkshochschule (VHS) in Schaumburg und finanziert vorwiegend von der nifbe, dem Niedersächsischen Institut für frühkindliche Bildung und Entwicklung. Zwei Jahre lang werden die Kinder im Krankenhauskindergarten jetzt spielend forschen, experimentieren, staunen, lernen und jede Menge zu lachen haben.
Die Kinder der Tagesstätte am Krankenhaus sind Teil des Modellprojektes "Kognitive Meisterlehre - barrierefreier Einstieg in die Naturwissenschaften".
Eva von Löbbecke-Lauenroth geht mit einer Gruppe der Frage "Warum fallen Menschen auf der anderen Erdseite nicht herunter" auf den Grund.
Jetzt stellten sich die kleinen Forscher unter fachkundiger Anleitung der Frage: "Warum fallen die Menschen auf der anderen Seite der Erde nicht herunter?"
Spielerisch erklärte Eva von Löbbecke-Lauenroth den Kindern anhand eines Magneten, wie die Erdanziehungskraft wirkt. Bislang waren die Kinder der Auffassung, dass die Menschen auf der anderen Erdseite an Seilen festgebunden sind. Nun sind sie froh, dass das ein Trugschluss war.
So wichtig und gut auch die "Sendung mit der Maus" oder "Löwenzahn" mit Peter Lustig sind: "Wir wollen noch ein Stück weitergehen und die Kinder selbst ihr Wissen erleben lassen", so die Koordinatorin, denn: "Wer es einem Kind erklären kann, hat es selbst auch gut verstanden", weiß Catrin Witt, die die Nachhaltigkeit des Wissens beim Selbsterforschen sieht. Und so wird man sich in der Kita am Krankenhaus auch weiterhin den Fragen der Kinder stellen und dabei jede Menge selbst dazu lernen. Zum Beispiel beim Projekt "Tanzende Rosinen in Kohlensäure" oder beim Bau des "Luftballonbetriebenen Düsenbootes aus Tetra-Paks".
Die Lernprozesse werden dabei von Prof. Dr. Anke König dokumentiert, um am Ende in der Reflektion die Ergebnisse für andere Kindergärten nutzbar zu machen.
Foto: ste