1. "Dann wäre mein Fahrrad tot"

    180 Fünftklässler des Ernestinums erleben neue Perspektiven der Mobilität und ihre Gefahren

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    RINTELN (ste). Norma Bernhardt ist im Rintelner Gymnasium Ernestinum Obfrau für das Curiculum "Mobilität" und sie stellt sich seit fünf Jahren der Herausforderung, den neuen Kindern der fünften Klasse anhand von Beispielen die alltäglichen Gefahren im Straßenverkehr plastisch näher zu bringen: "Ein einfacher theoretischer Verkehrsunterricht kann dabei nur als Grundlage für die praktischen Erfahrungen dienen", so ihr Ansatz. Und so bemüht sie sich Jahr für Jahr, neue Aktionspunkte für die Ausbildung der Kinder zu schaffen. In diesem Jahr ging es besonders spektakulär zu bei der Fahrschule Radler, die mit einem Lkw und Pkw auf das Schulgelände gekommen waren. Der "tote Winkel" ist bei beiden Fahrzeugarten eine tückische Angelegenheit und nicht jeder Lkw verfügt über die notwendigen Zusatzspiegel, die Fahrradfahrer und Fußgänger sowohl an der Beifahrerseite, als auch vor dem Fahrzeug erfassen sollen, erklärte Ingo Radler. Die Kinder durften selbst in das Führerhaus des großen Actros-Trucks steigen und waren erstaunt, wie wenig man von dort sehen kann. Als dann auch noch der Lkw ein aufgestelltes Fahrrad an der Beifahrerseite überrollte, war der Schreck bei einigen Kindern groß: "Dann wäre mein Fahrrad tot", stellte einer der Teilnehmer trocken fest und musste erkennen, dass es möglicherweise nicht nur beim Fahrrad bliebe. Auch aus dem Pkw heraus kann man Radfahrer an der Beifahrerseite nur schlecht erkennen. Die Erkenntnis daraus: "Drängt euch nicht rechts neben ein Fahrzeug!", so Fahrlehrer Frank Becker.

    Sollte es dennoch einmal zu einem Unfall kommen, dann ist das DRK mit seinem Rettungswagen oft die einzige Überlebenschance. DRK-Wachleiter und Rettungsassistent Marco Kullik erklärte den Kindern die Intensiveinheiten des Wagens und deren Möglichkeiten. Doch auch sein Ansinnen war es: "Lasst es erst gar nicht soweit kommen!"

    Mit dabei auch ein Team des ADAC. Mit dem Programm "Achtung Auto" lehrte der ADAC, wie lang ein Anhalteweg ist und das selbst bei guten Reaktionen und einem ordentlichen Bremsverhalten des Autos eine achtbare Strecke dazu nötig ist.

    Für Norma Bernhardt, die sich bei allen Akteuren der Veranstaltung besonders bedankte, waren die praktischen Erfahrungen der Kinder wesentlich nachhaltiger als jeder theoretische Unterricht: "Hier erkennen die Schüler, dass es keine Show ist, sondern bittere Realität, wenn ein Fahrrad unter den Lkw-Reifen gerät!" Auch für die Schulsanitäter bot das Projekt Arbeit. Je zwei Schulsanitäter begleiteten die Gruppen und sie mussten bei zwei Kindern mit leichten Kreislaufbeschwerden einschreiten: "Vielleicht waren die Erkenntnisse, die die Schüler gewannen, einfach zu schockierend für sie", so Norma Bernhardt; den Kindern ging es übrigens nach wenigen Minuten mit gekühlten Waschlappen wieder bestens. Foto: ste

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