RINTELN (km). "Wenn ihr‘s nicht fühlt, ihr werdet‘s nicht erjagen": Mit diesem Faust-Zitat lädt der Künstler Walter Green derzeit Besucher der Nikolai-Kirche dazu ein, seine schlanken Exponate zu berühren. Die "Skulpturen zum Befassen" werden an gleicher Stelle noch bis zum zwölften August zu sehen sein.
Viele Skulpturen dürfen auch angefasst werden.
In den Kunstwerken, hat deren Schöpfer selbst festgestellt, "werden Empfinden und Erfahrungen angesprochen, die jedem von uns bekannt sind. Wer sich der Botschaft öffnet, kann sich in eigene Räume führen lassen. Die Skulpturen wirken dabei wie Meeresschnecken, die wir uns an das Ohr halten: Sie erzählen uns rauschend von ihrem Leben, und doch ist es unser eigenes Blut, das wir darin vernehmen."
Häufig gehe es um das Vergehen und Werden, um Begegnung und um das Suchen der Mitte, der eigenen, und das, was die Welt im Innersten zusammenhält - auch aus christlicher Sicht. - Die Skulpturen bieten mehr, als über die gewohnte Wahrnehmung durch das Auge und einer distanzierten Verarbeitung im Kopf erfassbar ist: Bei hautähnlich samtig bearbeiteter Oberfläche lädt die Wärme des Holzes geradezu zum Befassen mit den Händen ein.
Der gebürtige Holsteiner Walter Green arbeitet seit 1997 als freischaffender Künstler und hat seitdem zahlreiche Ausstellungen im In- und Ausland bestückt. Vor seiner künstlerischen Tätigkeit war der 58-Jährige nach einem Studium der Landespflege unter anderem als Entwicklungshelfer in der Dominikanischen Republik und in Afrika sowie als Landschaftsplaner in Hamburgtätig. -
Im Rahmen der Ausstellung werden noch einige begleitende Veranstaltungen angeboten. Zum Beispiel "Holzgeschichten" für Kinder: Am Samstag, dem 24. Juli, sollen nach einem Rundgang noch einmal Holzstücke mit Feilen und Schmirgelpapier bearbeitet werden. Dabei erfahren die Kinder, wie lange es dauern kann, bis Ecken und Kanten abgearbeitet sind und die Glätte und Maserung des Holzes zum Vorschein kommen. Die verschiedenen Stücke sollen schließlich auch in Beziehung zueinander gebracht werden. Die Veranstaltung unter der Leitung von Barbara Schulz findet von 10.30 bis etwa zwölf Uhr in der Sakristei der Nikolai-Kirche statt. Weil die Teilnehmerzahl begrenzt ist, wird um Voranmeldung gebeten, und zwar unter der Telefonnummer 3250 im Nikolai-Gemeindebüro.
Unter dem Thema "Verwandlungen - eine meditative Stunde" können sich Besucher außerdem mit dem Material der Kunstwerke auseinander setzen. Die Skulpturen sind allesamt aus Eichenholz, "einem Material, das uns besonders berührt," wie es im Gemeindebrief heißt: "Wir wollen den langen Weg von der kleinen Eichel bis zu einer Skulptur, die Walter Green geschaffen hat, nachgehen, die Verwandlungen betrachten. In allen Kulturen und Zeitepochen hatten und haben Bäume eine besondere Bedeutung für die Menschen. Welche Beziehungen bestehen zwischen Baum und Mensch, welche Verwandlungen bestimmen unser Leben?" - Die Veranstaltungen für Gruppen mit Voranmeldung finden am Mittwoch, dem 14. Juli, am Mittwoch, dem 21. Juli und am Mittwoch, dem 28. Juli, statt - jeweils von 18 bis 19 Uhr. Die Leitung haben Ingrid Duske Heidi Voigt. Foto: km