RINTELN (ste). Alexander Wolf und Sven Rundfeld haben etwas ganz Großartiges geschafft; die Leiter der Theater- und Musical-AG am Gymnasium Ernestinum haben ihren Schülerinnen und Schülern die eigene Motivation gegeben, sich mit Leib und Seele für etwas einzusetzen. Und dieses "Etwas" hieß "Ehemannzipation", war ein Musicaltheater über Geschlechterrollen von Amazonen (hier haben die Frauen die Hosen an) und Griechen mit ihrer männlichen Dominanz, und wurde jetzt drei Mal im Brückentor bei jeweils fast ausverkauftem Saal aufgeführt. Seit Monaten hatten die Akteure auf, vor und hinter der Bühne sowie in der Technik geprobt, hatten eine ganze Woche auf Burg Ludwigstein verbracht um die Grundlagen zu erlernen und jetzt standen sie vor dem Publikum ihre Frau und ihren Mann auf eine ganz besonders junge, frische und dynamische Art. All die großen Theater mit ihren großen Namen, die in den letzten Jahren die Brückentorbühne und das Publikum erobern wollten, reichten bei weitem nicht heran an die Spielfreude, die junge Unbeschwertheit, die Improvisationsgabe und den Witz, den die Nachwuchstalente des Gymnasium Ernestinum zeigten. Und diese Sichtweise kommt nicht von einem Vater oder einer Mutter der Akteure, die verständlicherweise noch berührter und subjektiver die Leistungen bewerteten, sondern von einem wahrhaft begeisterten, neutralen Besucher der Veranstaltung.
Maike Adam konnte als Hippolyta mit ihrem wechselhaften Gemüt ebenso überzeugen wie Ute Boczek als Antiope mit einer besonderen Gesangsbegabung. Ganz besonders mutig präsentierte sich als Sapiens Max Joop, der die wohl schwierigste Rolle eines unterwürfigen Mannes bei den Amazonen zu bewältigen hatte. Als Hercules (Niklas Brand) dann die Chiton fast vom Körper rutschte, tobte der Saal.
"Ehemannzipation", angelehnt an das Travestie-Musical "By Jupiter" von Richard Rogers und Lorenz Hart, wurde 1942 am Broadway erstaufgeführt und erlebte im Brücketorsaal einen Erfolg, der sich lange in den Köpfen und Herzen der Besucher festsetzen wird. Eigentlich schade, dass die Truppe damit nicht auf Tournee durch den Landkreis geht. Foto: ste