RINTELN (ste). In diesen Tagen veranstaltete die Berufsbildende Schule (BBS), Berufsfachschule Sozial- und Familienpflege, ein gemeinsames Projekt mit Schülerinnen und Schülern aus der PGB-Werkstatt Rinteln, mit denen die BBS seit dem Jahr 2000 eine Kooperation unterhält. Im Rahmen dieser Kooperation werden an zwei Berufsschultagen in der Woche die Mitarbeiter des Berufsbildungsbereiches der PGB über zwei Jahre in den Fachbereichen Hauswirtschaft und Metalltechnik sowie im Fach Deutsch unterrichtet. Immer wieder gibt es in dieser Zusammenarbeit Projekte. Eines davon startete jetzt unter der Überschrift "Es grünt so grün..."!
Im Rahmen des Deutschunterrichts ist eine Fahrt zum Musical "My Fair Lady" nach Hannover geplant und dort werden die Mitfahrer natürlich auch das so bekannte Lied "Es grünt so grün, wenn Spaniens Blüten blühen - mein Gott, jetzt hat sie‘s!" hören. Und getreu dieses Mottos entwickelten die Schülerinnen und Schüler der Berufsfachschule Sozial- und Familienpflege ein Praxisprojekt, in dem sie gemeinsam mit der PGB-Klasse in der Küche kreativ kochten und im Werkbereich ihre grüne Kreativität unter Beweis stellten.
Um die Schülerinnen und Schüler aus der PGB Werkstatt besser einschätzen zu können, fanden Hospitationen in der PGB Werkstatt in Rinteln statt, in denen das Arbeitsumfeld in der PGB erkundet wurde. Berührungsängste gab es nicht, es wurde gemeinsam an den Insektenhotels gearbeitet, die zurzeit in der PGB Werkstatt hergestellt werden. Als Dankeschön dafür dachten sich die Schülerinnen und Schüler der Berufsfachschule Sozial- und Familienpflege etwas Besonderes aus und planten einen gemeinsamen Tag in der BBS. Neben den gemeinsamen Unterrichtsprojekten gehören die Begegnungen in der Pausenhalle zum Alltag in der BBS Rinteln. Im Rahmen des berufsbezogenen Unterrichts in der einjährigen Berufsfachschule Sozial- und Familienpflege lernen die Schülerinnen das Arbeitsumfeld in der Alten-, Kranken- und Heilerziehungspflege kennen. In einem vierwöchigen Praktikum können die Schülerinnen und Schüler einen Einblick gewinnen und überpüfen, ob sie dem Alltag in diesen Berufen gewachsen sind. Durch praxisnahen Unterricht oder derartige Projekte erweitem sie ihre Erfahrungen und fachlichen Kompetenzen. Melanie Grubalski, die den werkkreativen Bereich des Projektes leitete, freute sich über die große Akzeptanz ihrer Arbeiten sowohl bei den PGB-Schülerinnen und Schülern, als auch bei ihren eigenen Mitschülern. Der "Hit" waren selbst kreierte Ketten aus gefärbter Modelliermasse.
In der Küche der BBS hatte Daniel Noack das Sagen. Er hatte einen Speiseplan zusammengestellt, bei dem "Grün" die dominierende Farbe war. Spinat-Lasagne, Brokkolisuppe mit Tortellini, Waldmeisterquark mit grünen Fröschen und ein Cocktail "Fresh Jungle" standen auf dem kulinarischen Ablaufplan.
Ein besonderer Nebeneffekt der Kooperation ist es, dass jede Menge Vorurteile und Schwellenängste abgebaut werden: "Die sprechen mit uns wie mit ganz normalen Menschen", sagte Sandra von den PGB-Werkstätten und in den Pausen wird deutlich, wie stark sich die BBS-Schülerinnen und Schüler für ihre neuen Freunde einsetzen: "Hänseleien anderer Schüler werden sofort von unseren Berufsfachschülern unterbunden, freut sich Marie-Theres Bockhorst-Thön, die das Projekt als Fachlehrerin begleitete.
"Das ist gelebte Integration!", wissen auch Susanne Terner als Leiterin der Berufsausbildung der PGB und ihr Kollegen Michele Hoberg.
Voraussetzung für den Besuch der einjährigen Berufsfachschule ist der Sekundarabschluss I - Realschulabschluss.
Diese Schulform bereitet auf pflegerische oder therapeutische Berufe vor und vermittelt hauswirtschaftliche Kenntnisse. Interessierte können sich persönlich oder telefonisch unter 05751/891390 beraten lassen.
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