1. Gemeinde bringt weitere Einwände gegen den Umbau der B 65 vor

    Planfeststellungsverfahren / Kein Durchgangsverkehr Auf der Bult gewünscht

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    HEUERSSEN. Bereits mehrfach hat sich der Rat der Gemeinde Heuerßen in den letzten Jahren mit dem geplanten 2+1 Umbau der Bundesstraße 65 befasst und seine Bedenken und Änderungsvorschläge geäußert. Mittlerweile ist das Planfeststellungsverfahren abgeschlossen, aber der Rat hat die Chance vorher genutzt und weitere Einwände gegen das Vorhaben geltend gemacht.

    Ein Dorn im Auge ist unter anderem vor allem der geplante als Wirtschaftsweg bezeichnete Gemeindeverbindungsweg auf der Trasse der dann alten B 65. Dieser Weg soll nach Abschluss aller Bauarbeiten zur Pflege an die Gemeinde Heuerßen übergeben werden. Dies wird von den Ratsmitgliedern äußerst kritisch gesehen, insbesondere für den dann anstehenden Winterdienst im Zusammenhang mit dem Schulbus- und öffentlichen Nahverkehr. Der Schülertransport fällt nach Aussage des Rates in den Verantwortungsbereich des Landkreises. Die Gemeinde sieht sich nicht in der Lage, die Instandhaltungs- und Reparaturkosten zu tragen. Sie schlägt deshalb vor, dass eine Übergabe an die Gemeinde nicht stattfindet und der Landkreis verantwortlich ist. Probleme sieht der Rat ebenfalls bei der Breite des Verbindungsweges, die mit 4,75 Metern angegeben wird. Dies wird im Hinblick auf die Begegnung landwirtschaftlicher Fahrzeuge mit dem Busverkehr als sehr knapp angesehen. Deshalb schlägt das Gremium vor zu prüfen, ob eventuell eine Verbreiterung vorgenommen und die Zahl der Ausweichbuchten auf je zwei zwischen Vornhagen und Lohhof sowie zwischen Lohhof und Kobbensen erhöht werden kann.

    Eine weitere Anregung bezieht sich auf das Vorhaben, eine zwei Meter hohe Lärmschutzwand im Bereich Auf den Äckern auf den bereits vorhandenen Wall in Kobbensen zu setzen. Nach Meinung des Rates ist eine wirksame Lärmschutzmaßnahme für Kobbensen und die Siedlung Eichenbruch die Senkung der Höchstgeschwindigkeit von 100 auf 70 km/h. Dadurch könnte nach Meinung der Ratsherren der Lärmpegel für die Siedlungen Auf den Äckern und Eichenbruch erheblich verringert und möglicherweise auf eine Erhöhung der Wand verzichtet werden. Für die Einfahrt aus Richtung Beckedorf soll weiterhin Tempo 50 gelten. In diesen Bereich soll auch der "Starenkasten" vom Lohhof verlegt werden.

    Massiv wendet sich der Rat gegen das Vorhaben, die Straße Auf der Bult an den Gemeindeverbindungsweg anzuschließen, der in Vornhagen endet. Die Politiker gehen davon aus, dass nach Freigabe die Straße Auf der Bult in beiden Richtungen befahren werden darf. Das Gremium fordert, die eng bebaute Straße für den Durchgangsverkehr zu schließen und nur Anliegerverkehr zu erlauben. Auf keinen Fall dürfe die Straße für den Durchgangsverkehr freigegeben werden.

    Schließlich schloss sich der Rat der mit großem Einsatz eines Zuhörers in der Bürgerfragestunde vorgetragenen Bitte an, sich für eine erweiterte Lärmschutzmaßnahme am Lohhof einzusetzen, damit die Lebensbedingungen für die Anlieger dort deutlich verbessert würden. "Sonst stirbt der Lohhof langfristig aus," wie es der Anwohner formulierte.

    Ob die vom Rat einstimmig verabschiedeten Anregungen beim Landkreis Gehör finden, bleibt abzuwarten.

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