BAD NENNDORF (pd). "Mit Max und Moritz um die Welt" lautet der Titel einer Ausstellung, die in den vergangenen zwölf Monaten im Wilhelm-Busch-Geburtshaus in Wiedensahl zu sehen war. Jetzt gehen die legendären Figuren tatsächlich auf Reisen. Noch bis August sind Teile der Ausstellung in der Schalterhalle der Bad Nenndorfer Sparkasse zu sehen. Von dort geht es weiter in die Kreisstadt. "Es wäre einfach schade, wenn diese Arbeit in der Kemenate verschwindet", so Werner Nickel, Marketing-Leiter der Sparkasse in Schaumburg.
Max und Moritz in 20 Sprachen - Sparkassen-Leiter Frank Lohmann (rechts) und sein Stellvertreter Heiko Trieschmann hören aufmerksam zu. Ganz links Museumsdirektorin Gudrun-Sophie Frommhage-Davar und Friedhelm Sölter.
An einer Art Litfasssäule können sich die Kunden jetzt das Vorwort zu den lustigen Bubenstreichen aus der Feder Wilhelms Buschs in 20 Sprachen anhören. Darunter Wiedernsahler Platt, Englisch oder Französisch, aber auch Exotisches wie Haitianisch oder eine Sprachform aus Papua-Neuguinea. Vom Vorwort liegen insgesamt mehr als 300 Versionen in Dialekten und Sprachen vor. Darunter auch Bayrisch oder Chinesisch.
"Es lohnt sich, die besondere Versform und den Rhythmus auch in anderen Sprachen anzuhören", erklärt Museumsdirektorin Gudrun-Sophie Frommhage-Davar. Sie hat zusammen mit Friedhelm Sölter die umfangreiche Sammlung zu der Ausstellung zusammengefasst. Neben der Weltsäule sind in der Sparkasse auch vier Schautafeln zu sehen, auf denen es natürlich auch um Max und Moritz und seinen Schöpfer geht.
Man erhebe keinen Anspruch auf Vollständigkeit, betont Frommhage-Davar. Und bei den Texten, die an der Säule zu hören sind, handele es sich in vielen Fällen um "Übertragungen" nicht "Übersetzungen". Natürlich seien die Geschichten von Max und Moritz hauptsächlich im europäischen Bereich verbreitet. Aber bereits zu Lebzeiten des Dichters hätten Missionare das Werk in die Welt hinaus getragen. Dadurch haben sich auch Besonderheiten ergeben. In der hebräischen Version trägt Schneider Böck anstatt der bei uns bekannten "Zipfelmütze" eine jüdische Kippa und einen Kinnbart. Und die "Explosion" von Lehrer Lempel ist in den jüdischen Übersetzungen überhaupt nicht zu finden. "Dafür werden die Rabbis viel zu sehr verehrt. Die kann man nicht einfach in die Luft jagen", lautet die Erklärung der Museumspädagogin für diese Besonderheit. Foto:pd