SCHAUMBURG (tt). "Das ganze Ländchen gleicht einem prachtvollen Garten und das freundliche "Guten Morgen" einer Schar Kirchgängerinnen in vollem altertümlichen Sonntagsputze versetzt uns in das Land unserer kindlichen Traumwelt". So schrieb einst der Architekt Conrad Wilhelm Hase über das Schaumburger Land, das er 1855 bereiste. Dieses Zitat war Anlass für die Idee zum diesjährigen 900. Jubiläum der Schaumburg, entlang der geplanten Kutschfahrt-Route von "Fürst Ernst", solch ein prachtvolles gartenähnliches Schaumburg für den Sommer 2010 wieder entstehen zu lassen. Birgit Brinkmann, die im Arbeitskreis "Schaumburger Friede" mitarbeitet, hat inzwischen mit der Stadtverwaltung, der Straßenmeisterei, dem Straßenbauamt und anderen Entscheidungsträgern gesprochen und darum gebeten, die Grünstreifen an den Straßenrändern nicht abzumähen, um der Natur- und Pflanzenwelt Raum zur Entwicklung zu geben, damit am 21. August, wenn Fürst Ernst zur Schaumburg kommt, alles prächtig blüht und bunt aussieht. "Auch wenn man aus Sicherheitsgründen Kreuzungen und markante Punkte nicht dem Wildwuchs überlassen kann, so bieten sich viele Stellen und Streifen an den Straßen- und Feldrändern an, die man nicht abmähen muss", so Birgit Brinkmann, die auf eine wildwachsene Fenchel am ehemaligen Waldschwimmbad in Deckbergen zeigt und hofft, dass sich weitere Kräuter und Blumen aussäen. Sie hat inzwischen Meerrettich und Frühlingszwiebeln am Straßenrand entdeckt und weiß, wo Pastinaken stehen, die vor der Einführung der Kartoffel 1492 den Menschen als Wurzelgemüse diente. Aber auch Baldrian, Glockenblumen, Malve und Wegwarte könnten dazu beitragen, dass das "Ländle" prächtig blüht. "Möglich wäre auch, dass sich Gärtnereien oder Gartenbaubetriebe an der Aktion beteiligen und ihre "Restbestände" nicht entsorgen, sondern als "Straßenschmuck" zur Verfügung stellen und einpflanzen", so die Naturfreundin weiter, die immer noch hofft, dass die Artenvielfalt erhalten bleibt. Nicht umsonst hat die UN-Konferenz das Jahr 2010 zum Jahr der "Bioversität" (Vielfalt des Lebens) ausgerufen. "Zu guter Letzt kommt das Blütenmeer auch den Bienen und Insekten zugute, die immer mehr zurückgedrängt werden", so Birgit Brinkmann, die ihr Wissen gern mit interessierten Menschen teilt und weitere Ideen unter Telefon: 05152/4606 oder bbrink09@web.de aufnimmt, um den besonderen Tag im August zu gestalten. Foto: tt
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Der Fürst soll durch ein blühendes "Ländle" fahren
Zum "Schaumburger Friede" sollen die Straßenränder nicht gemäht werden
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