KRANKENHAGEN (ste). Schon von außen ist die Blumen-und Grünpflanzenpracht nicht zu übersehen. Geranien in leuchtendem Rot, Kakteen über und über mit großen hell-und dunkelrosa Blüten übersät, eine Yukapalme bis unter das Dach und einen großen Gummibaum findet man im Wintergarten von Marianne Fauth in Krankenhagen: "Ich kam schon gar nicht mehr an Tür und Fenster, da mussten wir den Gummibaum erstmal kräftig stutzen", sagte Frau Fauth und man versucht sich vorzustellen, wie groß der Baum wohl vorher war.
Besucher bekommen regelmäßig große Augen und gestehen: "So große Pflanzen von der Sorte haben wir noch nie gesehen!". Und tatsächlich: Was bei anderen in normaler Größe wächst, wird bei Frau Fauth mindestens ein bis zwei Nummern größer und üppiger.
Nach dem Geheimnis ihres Erfolgs gefragt, erwidert Frau Fauth ganz natürlich: "Das Wichtigste ist die regelmäßige und richtige Pflege. Man muss sich um die Pflanzen kümmern, sie je nach Bedarf gießen und auch mal die verblühten und welken Teile absammeln!"
Pro Tag ist Marianne Fauth bis zu einer Stunde damit beschäftigt. Zudem ist es im Wintergarten, der auf der Südseite des Hauses liegt, natürlich immer schön warm, trocken und windgeschützt: "Da kann nichts faulen oder durch Sturm zerstört werden!" Mit den Pflanzen sprechen oder ihren etwas vorsingen, was man sonst so als "Geheimtipp" hört, gehört nicht zum Rezept von Frau Fauth.
Wenn die Geranien zu groß werden, muss Frau Fauth auch schon mal ein paar Zweige abschneiden, da sie sonst bis auf den Boden hängen: "Ich habe mir mal aus ein paar Zweigen einen Strauss in die Vase gestellt. Anstatt irgendwann zu verwelken haben die Zweige Wurzeln geschlagen und ich habe sie eingepflanzt. Jetzt sind sie so groß wie die Pflanzen, von denen sie stammen."
Spätestens jetzt ist man sich sicher: Hier ist der "grüne Daumen" am Werk und dass es doch etwas Unergründliches geben muss, was Pflanzen bei manchen Leuten einfach besser gedeihen lässt.
Ein Wermutstropfen liegt aber leider doch in der Geschichte des Wintergartens: Einen Tag nach Fertigstellung im Dezember 1996 kam der Sohn des Ehepaar Fauth auf tragische Weise ums Leben. Kurz zuvor hatte er noch den Wintergarten bewundert.
Die Pracht der Blumen und Grünpflanzen scheint diese traurige Seite wieder wettmachen zu wollen und beim Frühstück im Sommer in diesem wunderschönen Wintergarten tankt Frau Fauth Kraft für den erwachenden Tag.
Foto: privat