RINTELN (ste). Zum Kinder- und Jugendfest der "DITIB Gemeinde" in Rinteln war als Gastredner auch Bürgermeister Karl-Heinz Buchholz eingeladen und er machte deutlich, dass er bei der Frage einer bunteren Gesellschaft und Integration nicht an Probleme denke, sondern die Chancen im Vordergrund sehe. Großer Applaus der vielen Kinder und Erwachsenen, unter die sich allerdings viel zu wenig deutsche Besucher gemischt hatten. Das Kinder- und Jugendfest wurde zum zweiten Mal initiiert vom Frauenausschuss des türkisch-islamischen Vereins "Mevlana" mit seiner Vorsitzenden Hatice Yildiz, der Folkloregruppe des Vereins mit Metin Avcioglu und dem Vereinsvorstand, der im Galgenfeld eine Moschee betreibt. Vorsitzender Murat Demirel bekannte freimütig: "Integration muss bei den Kindern anfangen, denn bei den Erwachsenen wird es zunehmend schwieriger!" Damit alle Besucher die Reden auch verstehen konnten, wurden sie zweisprachig gehalten.
Zum türkischen Kinder- und Integrationsfest hat der Verein "Mevlana" mit seiner Folklore- und Frauengruppe in den Brückentorsaal eingeladen.
Bürgermeister Buchholz lobte dabei die "DITIB Gemeinde" als eine "...offene und kooperative Gemeinschaft", die Achtung, Nachsicht, Toleranz, Freundschaft und Solidarität gegenüber eigenen und auch gegenüber anderen Glaubensangehörigen nicht nur propagiere, sondern auch lebe.
Im Familienbüro beschäftige sich die Stadt seit Jahren intensiv mit dem Thema Integration durch Veranstaltungen, Beratungen und Veröffentlichungen.
Sprachförderangebote runden das Angebot der Stadt Rinteln ab. Und auch im Landkreis Schaumburg steht das Thema hoch im Kurs. Integrationslotsen werden dort ausgebildet und das Land Niedersachsen hat seit einigen Wochen die erste Ministerin mit Migrationshintergrund im Amt.
Integration sei für Rinteln insbesondere vor dem Hintergrund des demografischen Wandels von enormer Wichtigkeit und Bedeutung: "In den kommenden Jahren werden wir Rintelner weniger, älter und bunter", so Buchholz, der auf 3.500 Menschen in der Stadt mit Migrationshintergrund hinwies, davon rund 700 Menschen aus der Türkei.
Das Kinder- und Jugendfest sei hierbei eine hervorragende Möglichkeit, die heranwachsenden Kinder und Jugendlichen miteinander ins Gespräch zu bringen, sich kennen zu lernen und den Alltag miteinander zu gestalten: "Für eine buntere Gesellschaft!"
Langanhaltender Beifall für den Bürgermeister und dann ein Fest, dass von Folkloretänzen, einem grandiosen türkischen Buffet und jeder Menge Aktionen für Kinder geprägt war, kennzeichneten einen Integrationstag im Brückentorsaal, dem nur eines eklatant fehlte: deutsche Gäste. Warum das so war, darüber mag spekuliert werden. An der Offenheit der türkischen Gastgeber lag es gewiss nicht. Foto: ste