RINTELN (ste). Feucht war sie, die Messeeröffnung und ein wenig mehr Menschen in der Stadt hätte der Freitag auch vertragen.
Doch den Spaß ließen sich die geladenen Gäste aus Politik, Verwaltung, Wirtschaft und der Partnerstadt Kendal nicht nehmen, bei der "Bürgermeister-Runde" mit Karussellfahrten, Bier und Würstchen: "Achtung, Achtung. Hier bei uns an der Losbude gibt es keine Nieten" schallte es aus den Lautsprechern eines Standes; und ein gestandener Rintelner Ratsherr schmunzelte: "Na, da müssten Sie mal im Rat nachschauen; da gibt es welche!" Und wenig weiter zeigte einer der betagteren britischen Gäste, wie man im Musik-Express gleich zwei Ladies bei der rasanten Fahrt mit einem Lächeln im Gesicht im Arm halten konnte. "Spaß" war das Zauberwort, dass den Messerundgang bestimmte. Bürgermeister Karl-Heinz Buchholz hatte dazu in seiner Eröffnungsrede eingestimmt und zitierte seine Großmutter: "Eins das ist gewisse, es regnet auf der Rintelner Misse!" Und so störte es dann auch niemanden, dass ein leichter Nieselregen die Gesichter in den Fahrbetrieben anfeuchtete: "Das beste daran ist, dass das meiste danebengeht!" Ron Wood, Vorstandsmitglied des Kendaler Partnerschaftsvereins, hatte seinerseits bei der Eröffnung eine Rede vorbereitet. Er verlas eine deutsche Grußbotschaft des Kendaler Bürgermeisters John Bateson und erhielt anerkennende Worte aus seiner Reisegruppe: "Welldone, welldone, Mister Wood!"
Karl Lange, stellvertretender Bürgermeister der Stadt Rinteln, schien nach der rasanten Fahrt im "Twister", einer waschechten Achterbahn mit drehbaren Wagen, noch einmal im Hals den Geschmack des Mittagessens zu spüren: "War das nun Spargel mit Schitzel oder mit Schinken?", scherzte er. Egal, wird ohnehin wieder runtergespült mit einem kühlen Bier an Matthias Möllers Bierstand und am Ende kommt noch noch eine Wurst obendrauf.
Die Rintelner Frühjahrsmesse hatte also trotz des mäßigen Wetters einen Bilderbuchstart und der zog sich wie ein roter Faden durch die vier tollen Messetage.
In den Seitenstraßen herrschten die Spezialitätenhändler mit ihren Neuigkeiten aus Funk und Fernsehen. Doch aus einem Selbstversuch des Schreibers dieser Zeilen sei berichtet: "Das Edelstahlputzmittel ist fantastisch, doch mit zwei Mal im Jahr sauber machen kommt man trotzdem nicht aus; es gab schon Verschmutzungsgrade, da mussten wir glatt drei Mal im Jahr unser Becken putzen!"
Der "Billige Jakob" war in diesem Jahr nicht mit seinem schicken Verkaufswagen angereist, sondern präsentierte die Waren auf einem Tapetentisch und die Gemüsehobelverkäuferin musste zumindest am Freitag aus Langeweile ihr eigenes Hobelgemüse als Salatplatte verputzen, weil die Besucher ausblieben.
Rasanter ging es da an den beliebten Fahrgeschäften wie Riesenrad und Auto-Scooter zu. Und an dem Weinschiff von Antje und Frank Paulus war besonders am Samstag "volles Haus": "Der Frank hat heute Geburtstag, hoch soll er leben", schallte es aus vielen Kehlen.
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