1. Kameraden sind 365 Tage im Jahr für die Bürger da

    Haus-Eigentümer sollen passives Mitglied in der Freiwilligen Feuerwehr sein

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    BAD NENNDORF (Ka). Das 7. Stadtgespräch des CDU Ortsverbandes unter Leitung der Vorsitzenden Marlies Matthias galt dem brandheißen Ehrenamt, der Freiwilligen Feuerwehr. Zu dem Thema waren die kompetenten Ansprechpartner aus den helfenden Reihen mit dem Samtgemeindebrandmeister Friedhelm Möller, dem stellvertretenden Ortsbandmeister Jürgen Ehle und dem Zugführer Paul Dylla geladen. Im Vordergrund stand die Aufklärungsarbeit rund um die Aufgaben und die Zukunft der Wehr, die besonders die Bürger ansprechen sollte, doch die erhoffte öffentliche Resonanz blieb bedauerlicher Weise aus. Was die CDU und die Helfer in der Not mitzuteilen hatten, das geht schließlich jeden Bürger etwas an, so Matthias. In Sekunden kann sich das Leben eines jeden Menschen schlagartig ändern, denn die Sorge um aller Menschen Leib, Leben und Güter bei Feuer oder einem Verkehrsunfall teilt die Freiwillige Feuerwehr und ist in kurzer Zeit vor Ort.

    Ehle brachte es auf einen werbewirksamen Punkt: "Kommen Sie uns besuchen, das ist besser, als wenn wir Sie besuchen müssen!" Denn rückt die Feuerwehr aus, dann handelt es sich um einen Einsatz, wo sich oft auch Menschen in Gefahr befinden. Damit begibt sich auch jeder freiwillige Helfer seit über 100 Jahren, an 365 Tagen im Jahr in Gefahr. Die 10 Freiwilligen Feuerwehren in der Samtgemeinde Nenndorf zählen 269 Feuerwehrleute, darunter 24 Frauen. Die Zahlen belegen, dass die Freiwillige Feuerwehr ein Mitgliederrückgang zu verzeichnen hat. Es handelt sich dabei nicht um ein internes Problem, sondern es ist ein Problem, welches die Bevölkerung betrifft. Aktiv arbeiten die Wehrmitglieder gegen den Trend, gründeten 9 Jugendfeuerwehren und auch 6 Kinderfeuerwehren, um interessierten Nachwuchs anzusprechen und für die helfenden Reihen zu begeistern. Die Kameraden stehen den Bürgern 8.760 ehrenamtliche und unentgeltliche Stunden im Jahr zur Verfügung, ob bei Hochwasser, Brandeinsätzen, Verkehrsunfällen, Sturmschäden, Ölspur-Abstreuungen und verschiedenen Sicherheitsaufträgen, damit öffentliche Veranstaltungen stattfinden können.

    Gäbe es keine Freiwillige Feuerwehr, dann würden soziale Systeme zusammenbrechen und auch zahlreiche Traditionsveranstaltungen mit Osterfeuer, Laternenumzüge, Volksläufe stünden vor dem Aus. Eine Berufsfeuerwehr ist erst ab einer Einwohnerzahl ab 100.000 Bürger vorgeschrieben und der Kostenfaktor wäre sehr hoch.

    Dieser Kosten-Kelch ginge nicht spurlos an den Bürgern vorbei. Bei der Freiwilligen Feuerwehr handelt es sich um keinen Verein, sie unterliegt der Kommune, informierte Ehle. Die Freiwilligkeit der Helfer wird bei jedem Einsatz auf eine harte Probe gestellt und geht an die psychische Belastungsgrenze. Viel zu oft offenbaren sich den Wehrmitgliedern grausame Bilder am Unglücksort, die einer seelsorgerischen Betreuung bedürfen. So stellte sich an diesem Abend auch die Frage nach Entschädigungen, Entlohnung, nach Steuervorteilen oder nach einer Zusatzrente für die ehrenamtlichen Helfer.

    Die Gesprächspartner aus der Freiwilligen Feuerwehr reagierten auf den finanziellen Aspekt verhalten und bescheiden. Ein ehrliches "Danke" ist manchmal mehr wert, so Ehle und es kann diesbezüglich auch kein gerechtes Verteiler-System geben, denn es gibt auch für Helfer in der 2. Reihe eine Menge Arbeit. Ein wichtiges und auch zukunftsweisendes Statement formulierte ein Zuhörer: "Es müsste zur Pflicht werden, dass jeder Eigentümer und Hausbesitzer passives Mitglied in der Feuerwehr ist und sich mit einem geringen Jahresbeitrag einbringt.

    Es wäre eine Wertschätzung und zugleich auch eine Anerkennung für die ehrenamtlichen Helfer in der Not, denn schließlich weiß niemand im Voraus, wann er auf die Dienste der Freiwilligen Feuerwehr angewiesen ist.

    Foto: ka

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