1. Kompromiss soll für Ruhe sorgen

    Ärger um Spielplatz Thema beim Ortstermin / Kleinere Tore an neuem Standort

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    RODENBERG (pd). Ziel eines Ortstermins auf dem Kinderspielplatz "Steinriesen" war, dem Nachbarschaftsstreit über kickende Kinder und Lärmbelästigung zu begegnen. Mitglieder des Ausschusses für Jugend, Sport, Kultur und Heimatpflege waren mit Vertretern der Verwaltung an Ort und Stelle gekommen, um mit Anwohnern nach Lösungen für den Ärger um die Fußballtore zu suchen (wir berichteten darüber). Nach zum Teil sehr aufgeregt geführten Debatten zwischen den Anwohnern kristallisierte sich ein Kompromiss heraus. Jetzt soll der Bauhof klären, ob und wie Tore und Spielgeräte auf dem Spielplatz neu angeordnet werden können. Und es sollen kleinere Tore aufgestellt werden.

    Vertreter aus Politik und Verwaltung beim Ortstermin mit Gegnern und Befürwortern der Fußballtore auf dem Spielplatz "Steinriesen".

    Gleich zu Beginn des Treffens war die gereizte Stimmung zwischen denjenigen zu spüren, die sich durch das "Bolzen" nicht gestört fühlen und der Anlieger, die sich in großem Umfang in ihrem Bedürfnis nach Ruhe eingeschränkt sehen. Es gab Bemerkungen wie "Komisch, wir alle wohnen hier seit 14 Jahren und so lange gibt es auch den Spielplatz und auf einmal fühlt ihr euch von spielenden Kindern gestört" oder "Wir hatten am Sonntag Kommunion und da flog ein Fußball direkt auf unseren Kaffeetisch". Die Fronten schienen verhärtet. Keine leichte Aufgabe für die Ausschussvorsitzende Catrin Döpke, das Treffen zu leiten.

    Zur Vorgeschichte: In einer Ausschusssitzung vor einigen Wochen war auf Antrag der Eheleute Schwartz die Entscheidung gefällt worden, die Tore zu entfernen (wir berichteten). Daraufhin brach ein Sturm der Entrüstung aus. Diejenigen, die sich durch kickende Kinder und Jugendliche nicht gestört fühlten, brachten eine Unterschriftenaktion in Gang. Ihr Unmut regte sich auch, weil der Ausschuss ihrer Ansicht nach nur aufgrund einer Einzelmeinung so entschieden habe.

    Bei dem Ortstermin auf dem Spielplatz kritisierten sie daher auch Politik und Verwaltung. Diese hätten, ohne die Anwohner zu beteiligen, eine Entscheidung gefällt. Und außerdem hätten sie alle nichts von der Sitzung gewusst und auch keinen Einblick in das Schreiben gehabt, das die Eheleute Schwartz an die Verwaltung gerichtet hat. "Das ist auch nicht üblich", machte der stellvertretende Stadtdirektor Günther Wehrhahn deutlich. Die Sitzung sei öffentlich gewesen und vorab in der Presse auch angekündigt worden.

    Das es sich bei dem idyllisch gelegenen Areal um einen Kinderspielplatz und eben nicht um einen Bolzplatz handeln würde, unterstrich Wehrhahn mit deutlichen Worten. Ohne Zweifel müsse man bemüht sein, einen Kompromiss zu finden. Auch die politischen Vertreter zeigten sich bereit, von ihrem ursprünglich gefassten Beschluss, die Tore ganz zu entfernen, abzurücken. "Die Verwaltung wird das Thema neu angehen", formulierte es Wehrhahn. Während der Vorschlag der Verwaltung, der Bauhof solle sich Gedanken über eine andere Anordnung der Spielgeräte machen und kleinere Tore aufstellen, auf Zustimmung stieß, gab es auf breiter Front keine Befürworter für Fangnetze entlang der Gartenzäune. "Die wollen wir nicht haben", so die deutliche Mehrheitsmeinung der Runde. Foto:pd

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