RINTELN (km). Ein recht turbulentes Jahr 2009 erlebte der Heimatbund Grafschaft Schaumburg, wie Vorsitzender Dr. Reinhard Kniewske jetzt auf der Mitgliederversammmlung im Hotel Stadt Kassel resümierte. Ein Jahr nach dem 100-jährigem Jubiläum des Traditionsvereins hatte der Ausschluss des Arbeitskreises Denkmalschutz für Aufregung gesorgt. Was nicht zuletzt auch negative Auswirkungen auf die Mitglieder-Statistik hatte: 25 traten aus - dem Verein gehören dennoch immer noch 522 Getreue an.
Bei den Vorbereitungen für die Ausstellung über die letzten Kriegstage im Schaumburger Land wird Dr. Stefan Meyer (li.) von dem Historiker Tobias Deterding unterstützt.
Kündigt ein neues Konzept für den "Schaumburger Abend" an: Heimatbund-Vorsitzender Dr. Reinhard Kniewske.
Dr. Reinhard Kniewske machte aber auch klar, dass die Querelen längst beigelgt seien und dass es deshalb auch keine Vorbehalte gegen Kommunikation und eventuelle gelegentlich Zusammenarbeit mit den mittlerweile eigenständigen Denkmalschützern gebe. Ein erstes Zeichen dafür hatte der Vorstand gesetzt, indem er seinem ehemaligen Arbeitskreis dessen Konto mit einer Summe von gut 200 Euro zur eigenen Verwendung überließ.
Allerdings gab es gleichzeitig auch einige prophylaktische Maßnahmen, um ähnliche Divergenzen künftig zu vermmeiden. Im Rahmen einer vom Finanzamt empfohlenen, partiellen Satzungsänderung, die Unklarheiten im Bezug auf die Gemeinnützigkeit des Vereins entschärfen soll, fixierte der Vorstand auch eine Klausel, die die Öffentlickeitsarbeit der verschiedenen Arbeitsgruppen betrifft: Die darf künftig - expressis verbis - nur noch in Absprache mit dem Vorstand erfolgen.
Dass es die letzten Probleme beim Heimatbund unterdessen tatsächlich aus der Welt geschafft sind, machte auch die Tatsache deutlich, dass die Entlastung des Vorstandes sowie alle anderen Entscheidungen im Verlauf der Versammlung einstimmig beschlossen wurden. Eindeutig war gleichzeitig die positive Bilanz im Jahresbericht des Vorsitzenden, der zunächst seinen Dank an die zahlreichen ehrenamtlichen Helfer richtete - und dabei mit eindrucksvollen Zahlen aufwarten konnte: Insgesamt 54 Ehrenamtliche leisteten im vergangenen Jahr insgesamt 1459 Arbeitsstunden.
Zu den besonderen Erfolgsgaranten im Heimatbund zählt nach wie vor das Museum Eulenburg, das durch die viel gelobte Initiative von Dr. Stefan Meyer wieder mit Rekord-Besucherzahlen aufwarten konnte. Durch die attraktiven Ausstellungen (vor allem die Dinosaurier-Schau, die sogar um einen Monat verlängert werden musste) konnten am Ende 7782 Besucher registriert werden. "Es werden jedes Jahr ein paar mehr," konstatierte Dr. Reinhard Kniewske zufrieden.
Mittlerweile hat Dr. Stefan Meyer eine weitere imposante Ausstellung vorbereitet, die am nächsten Samstag, dem geschichtsträchtigen achten Mai, eröffnet werden soll. Dabei geht es um eine Dokumentation der ersten zwölf Tage im April 1945 im Schaumburger Land. In chronologischer Form werden dabei zahlreiche Objekte und Dokumente gezeigt, die das Ende des Zweiten Weltkrieges atmosphärisch illustrieren. "Gute und aussagekräftige Exponate," wie Stefan Meyer zufrieden feststellte. Allerdings seien inzwischen so viele Dinge zusammen gekommen, "dass ich gar nicht mehr weiß, wo ich das alles aufstellen soll." Allein aus dem östlichen Landkreis (Rodenberg, Lauenau und Umgebung) werden noch brauchbare Relikte gesucht. -
Während der Terminkalender des Heimatbundes indessen weiterhin gewohnte und bewährte Veranstaltungen ausweist, steht eine Tradition offenbar auf der Kippe: Dem "Schaumburger Abend", seit vielen Jahren einer der Höhepunkte im geselligen Programm, sind zuletzt etwas die Besucher ausgegangen. Einstmals waren es 200, im vergangenen November kamen nur noch 70. Der Vorstand hat aber bereits ein neues Konzept ausgearbeitet, wie Dr. Reinhard Kniewske verriet, dessen Geheimnis schon bald gelüftet werden soll.
Weitgehend bekannt ist dagegen bereits das Programm zum 900-jährigen Jubiläum der Schaumburg, auch wenn an zahlreichen Details noch gearbeitet werden müsse, wie der stellvertretende Vorsitzende Manfred König verdeutlichte. In der Zeit vom 19. bis zum 29. August wird "Fürst Ernst" mit seinem Schauspieler-Hofstaat kreuz und quer durch das Schaumburger Land reisen, um hie und dort nach dem Rechten zu sehen. Am 21. wird der Fürst auf dem Rintelner Markplatz einen Gerichts-Tag halten. Der Heimatbund kümmert sich um die Organisation des Veranstaltungs-Reigens, zu dem unter anderem auch ein historischer Markt vor der Eulenburg gehört. Foto: km