1. Die Weser ist ihr Revier

    Nach langer Vorbereitungszeit gehen die JET‘ler in das kalte Nass des Flusses

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    RINTELN (ste). Ungläubige Blicke auf der Weserbrücke von Passanten, als am vergangenen Donnerstag ein Team von Jugendlichen und Betreuern am Freibad in die Weser steigt. Erst einen Fuß ins Wasser, dann den zweiten. Zittern ist angesagt beim ersten Weserschwimmen des Jugend-Einsatz-Team (JET) in diesem Jahr, doch wenn der sechs Millimeter dicke Neoprenanzug mit Kapuze erst einmal nass ist, schützt er den Körper prächtig vor den zwölfeinhalb Grad Wassertemperatur.

    Das Jugend-Einsatz-Team der DLRG-Ortsgruppe Rinteln ist eine neue Organisation, die die jungen Lebensretter vorbereiten soll auf anstehende Aufgaben im Wach- und Rettungsdienst. So wurden jetzt zum Saisonstart die Körperschutzanzüge angezogen und es ging in die Weser von Rinteln bis nach Eisbergen, wo ein Zelt und ein Grill mit heißen Würstchen auf die Aktiven wartete. Jessica und Jan, Alicia und Felix, Marius, Milena, Sarah, Henrike, Lisa-Marie, Moritz, Jens, Anne-Marie und ein starkes Betreuerteam machten sich auf, um die Gefahren im und am Fließgewässer hautnah kennen zu lernen; neben einer gehörigen Portion Spaß, versteht sich.

    Unterwegs gab es dann so manche Überraschung. Unterhalb der Rintelner Weserbrücke war das Wasser teilweise nur brusttief und am Einlauf der Kläranlage wurde es deutlich wärmer.

    Je schmaler der Weserfluss verlief, desto schneller floss das Wasser und trieb die JET‘ler weiter in Richtung Eisbergen.

    "Aufpassen eine Buhne" oder "Achtung: Hier liegt eine Angel aus" waren nur einige der Gefahrenpunkte, die unterwegs angesprochen wurden. Die Jugendlichen lernten auch, dass ein Anschwimmen gegen die Strömung so gut wie unmöglich ist und das man eine in der Weser treibende Person erst einmal landwärts überholen soll und dann quer zur Strömung bis zum Verletzten schwimmt. Jede Menge wichtiger Informationen, damit die Inhaber des Rettungsschwimmabzeichens im Ernstfall auch richtig reagieren. Denn einfach rein springen in das Fließgewässer und hinterher schwimmen ist der falsche Weg. Am Ende waren sich alle einig: "Das war eine tolle Veranstaltung".

    Jede Menge Zuschauer auf der Weserbrücke schenkten der DLRG-Aktion Aufmerksamkeit und wunderten sich offenbar über den Mut der jungen Lebensretter. Die waren jedoch nicht unvorbereitet auf diese Tour gegangen, hatten sich im Winter theoretisch mit den Gefahren beschäftigt und waren im letzten Jahr in mehreren kleinen Etappen in die Weser gegangen. Für die Jugendleiterin Nadine Geller eine gelungene Aktion, kann sie doch mit dem JET den Jugendlichen eine attraktives Angebot zur Freizeitbeschäftigung machen, dass überdies noch einen guten Trainingseffekt hat. DLRG-Ortsvereinsvorsitzender Frank Rosendahl sieht im JET auch die Möglichkeit, junge Menschen länger in der DLRG zu halten: "Nach der Schwimmausbildung und den ersten Rettungsscheinen haben wir im jugendlichen Alter sonst immer wieder einen Einbruch ab etwa 14/15 Jahren zu verzeichnen!" Mit dem JET könnte dies anders werden, hoffen Rosendahl und Gelle. Jetzt will sich die Rintelner DLRG noch ein Boot zulegen, um auch weitere Rettungsmöglichkeiten zu trainieren. Foto: ste

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