SCHAUMBURG (tt). "Das ganze Ländchen gleicht einem prachtvollen Garten, und das freundliche Guten Morgen einer Schar Kirchgängerinnen in vollem altertümlichen Sonntagsputze versetzt uns in das Land unserer kindlichen Traumwelt", so schreibt der Architekt Conrad Wilhelm Hase im Jahre 1855 nach einer Reise durchs Schaumburger Land in seinen Erinnerungen.
Ähnlich mag man es wohl auch noch 155 Jahre später empfinden, wenn man oben auf der Schaumburg steht und hinunterschaut auf das Land, das einem Bilderbuch gleicht. Aber nicht nur der Blick hinunter ins Tal ist interessant, auch die erwürdigen Mauern der Burg "erzählen" Sagen und Geschichten, die sich in den letzten 900 Jahren zugetragen haben. Zu einem Rundgang mit interessierten Vereinsmitgliedern und Gästen hatte der Verkehrs- und Heimatverein Schaumburg geladen, um diese Geschichten aufleben zu lassen und weitere Details zu der Burg zu erläutern. Der Vorsitzende des Vereins Wilfried Schnüll hatte sich allerdings mit Edith Wollenweber-Held, Birgit Brinkmann und Ulrich Kipp "Verstärkung" besorgt, um allen Fragen gerecht zu werden.
Während Edith Wollenweber-Held die Geschichte der Burggrafen schon in einigen Burgführungen zum Besten gegeben hat, waren die Weisheiten von Birgit Brinkmann über die Kräuter und eßbaren Pflanzen auf und an der Burg recht neu für die Zuhörer. Es fing an mit der alten "Gerichtslinde" vor der Burg, zu deren Fuß Bärlauch, Löwenzahn und Scharbockskraut wächst und als Salat angerichtet werden könnte. Die Mitwanderer erfuhren einiges von der Tienke-Meume-Sage, von dem berüchtigten Gefangenen Hampel Holmich und dass 98 Stufen zu erklimmen sind, will man den Turm besteigen. "Wir wollen, wenn Interesse besteht, diese Führungen gern weiter anbieten", so Wilfried Schnüll, der zusammen mit einem Arbeitskreis an den Vorbereitungen für die Feierlichkeiten zum "900 Jahre Schaumburger Friede" am 21. August arbeitet. "An diesen Tag werden wir auf alle Fälle den Besuchern der Veranstaltung kostenlose Führungen anbieten", so der Vorsitzende, der sich abschließend lobend zu den Sanierungs und Verschönerungsmaßnahmen der "Hofkammer" äußert. Jetzt sei auch wieder der schöne Wanderweg um die Burg begehbar. Kontaktaufnahme und Informationen bei Wilfried Schnüll (05152/51991). Foto: tt