BAD NENNDORF/RODENBERG/LAUENAU (pd). Der 3. Deistertag hat am Sonntag hunderte von Menschen in den Wald gelockt. Mit einem abwechslungsreichen und altersunabhängigen Programm haben die Organisatoren punkten können. Es gab viel Wissenswertes über Flora und Fauna zu hören, aber auch unterhaltsame Aktionen für Groß und Klein. Vor allem Familien nutzten den Tag, um sich in der freien Natur aufzuhalten und bei der Gelegenheit auch viel über den Lebensraum Wald zu entdecken. Auch das Wetter hat mitgespielt. "Gerade richtig so, nicht zu warm oder zu kalt und vor allem trocken", so das Urteil einer Wandergruppe, die sich für eine geführte Tour mit einem Förster entschieden hatte.
Von früh morgens um 9.30 Uhr bis in den späten Nachmittag hinein hatten die Besucher von nah und fern die Möglichkeit, den Deister in all seinen Facetten zu erleben. Das Angebot reichte vom Nistkastenbau, über Führung durch den Kurpark, Besuch der Süntelbuche im Lauenauer Volkspark, Holzausstellung, Motorsägen-Künstler oder Konzert der Jagdhornbläser bis hin zum Schnupperschießen in Blumenhagen oder der Vorstellung des Feggendorfer Stoll´n. Das klare Ziel der Veranstalter, für jeden Besucher etwas Passendes im Programm zu haben, ist allem Anschein nach erreicht worden.
Die Möglichkeiten der Anreise zu den einzelnen Veranstaltungsorten in Bad Nenndorf und in der Samtgemeinde Rodenberg waren vielfältig. Einige Gruppen waren mit Rädern unterwegs, andere mit "Kind und Kegel" und Bollerwagen. Ein Shuttle-Bus beförderte Besucher in regelmäßigen Abständen zu den einzelnen Stationen. In Bad Nenndorf gab es einen ganz besonderen Service: Wer mochte, konnte mit dem Planwagen den Weg vom Bahnhof zum Kurpark und zurück überwinden. "Cooper" und "Karino" sorgten mit ihren zwei Pferdestärken für bequemes und außergewöhnliches Fahrvergnügen.
Im Verlauf des Deistertages konnten die Fans von Wald und Flur Trachtenfrauen erleben, einem Motorssägen-Künstler bei der Arbeit zuschauen oder hochmoderne Maschinen im Einsatz beobachten. Ein besonderes Erlebnis war die Führung durch den Feggendorfer Stoll´n. Für besonders Mutige gab es nach entsprechender Ausstattung mit Kittel, Stiefel, Helm und Grubenlampe die Möglichkeit, selber tief unter der Erde in die "Kohle zu hauen" - unter fachkundiger Anleitung natürlich.
Die Führungen mit verschiedenen Themenschwerpunkten wurden gerne genutzt. Revierförster Ralf Weidner nahm seine Gruppen mit auf einen spannenden Rundgang durch Felder, Wiesen und Wald. Ewald Homburg, Oberförster im Ruhestand, lud zu einer jagd- und forstkundlichen Tour ein. Der Rodenberger Heinrich Schaake hatte seine Touren unter das Motto "Der Deister im Wandel der Zeit" gestellt und wandelte dabei mit den Erwachsenen und Kindern auf den Spuren der Vergangenheit. Der Lehrzug von der Waldbauernschule präsentierte technische Geräte für die Holzverarbeitung. Motorsägen, Seilwinden, Kreissägen wurden von der "Schaumburger Landtechnik" in Szene gesetzt.
Wer sich den ganzen Tag über im Deister oder im historischen Kurpark von Bad Nenndorf aufgehalten hat, der konnte tatsächlich alle seine Sinne schulen. Der Geruch von frisch geschlagenem Holz und dem jungen Grün machte Lust auf noch mehr Informationen über den Lebensraum Deister mit seiner Tier- und Pflanzenwelt. Für die Stärkung der Besucher gab es überall "Verpflegungsstationen". Neben dem Klang der Motorsäge von Holzkünstler Andreas Meyerhof sorgten die Jagdhornbläser Schaumburg oder die Blaskapelle "Original Calenberger" für "Klangerlebnisse". Die eigene Treffsicherheit war beim Schnupperschießen im Blumenhäger Schützenhaus gefordert, der Geschmackssinn in der Brauerei-Gaststätte "Felsenkeller".
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