BAD NENNDORF (pd). Schulleiter Torsten Bessert-Nettelbeck konnte mehr als 100 Lehrer aus Niedersachsen zu einer Tagung in der Räumen der CJD-Schule Schlaffhorst-Andersen an der Bornstraße in Bad Nenndorf begrüßen. Die Veranstaltung stand unter dem Motto "Die gesunde Stimme - klangvoll, belastbar, ausdrucksstark - auch bei Stress und Lärm im Schulalltag". Ziel der Veranstaltung war, die Lehrkräfte für die besondere Bedeutung der Stimmgesundheit zu sensibilisieren. Möglichkeiten der Fortbildung, der Prävention und gegebenenfalls auch der Therapie begleiteten die verschiedenen Workshops.
Bessert-Nettelbeck wies die Tagungsteilnehmer in seinen Begrüßungsworten auf die besondere Bedeutung des Veranstaltungsortes hin. "Sie sind hier an einem Ort mit einer großen Tradition für die gesunde Stimme", klärte der Schulleiter die Teilnehmer auf, die sich zu Beginn in der Aula eingefunden hatten. Diese sollten einen Tag lang sehr viel erfahren über die Bedeutung der Stimme als wichtiges Instrument im Schulalltag, über den Funktionszusammenhang von Atmung, Artikulation, Stimmgebung, Haltung und emotionaler Befindlichkeit. Es gab Hinweise und Übungen zum Umgang mit einer belasteten Stimme und zur Erweiterung des Stimmklangs.
Durchgeführt wurde die Tagung vom Institut Schlaffhorst-Andersen Bad Nenndorf (ISA) und der Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst Hildesheim (HAWK) im Auftrag des niedersächsischen Kultusministeriums (MK) und des niedersächsischen Instituts für Lehrerbildung und Schulentwicklung (NiLS). Angesprochen waren Schulleiterinnen und Schulleiter sowie Lehrkräfte aller Schulformen und Fachrichtungen. In verschiedenen Workshop-Runden konnten die Teilnehmer ihr Wissen über die besondere Bedeutung der Stimme in ihrem Berufsalltag erweitern. "Stimmklang, Artikulation und Sprechgestaltung lassen sich üben und trainieren. Auch muss am Ende eines langen Schultages die Stimme keineswegs erschöpft, heiser oder sogar ganz weg sein", erfuhren die Teilnehmer schon in der Einladungsinformation.
Karin Kayser von der Fachstelle "Arbeitsschutz und Lehrergesundheit" im niedersächsischen Kultusministerium sprach in ihrer Rede davon, dass nur "zufriedene Lehrer" für eine entsprechend motivierte Lernatmosphäre in ihrer Klasse sorgen könnten. Eine "gesunde" Stimme habe daher eine besondere Bedeutung für Lernerfolge und eine positive Grundstimmung zwischen Lehrern und Schülern. Daher sei die Gesundheit der Stimme von Lehrern als eine Art "Qualitätsstandard" anzusehen. 60 Prozent der Lehrkräfte würden nach einer Studie der Universität des Saarlandes einmal im Leben an einer Stimmstörung erkranken, die sie arbeitsunfähig mache. "Das muss nicht sein, wenn Lehrkräfte frühzeitig die Stimmpflege kennen lernen", so Kayser.
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