SCHAUMBURG (tt). Die "Schaumburg" gibt dem Ort und dem Landkreis ihren Namen und was liegt da näher, als zum "Schaumburger Friede" im August Fürst Ernst auf seiner Reise durch das Land festlich auf der Burg zu begrüßen. Der einstige Landesherr zu Holstein-Schaumburg wird mit Kutsche und Gefolge durch sein ehemaliges Herrschaftsgebiet reisen, Menschen von heute treffen und Gericht über aktuelle Händel halten. Initiatoren des Projektes sind der Landkreis Schaumburg und die Schaumburger Landschaft. Unabhängig davon hat sich aus den Orten Schaumburg/Deckbergen/Westendorf ein siebenköpfiger Arbeitskreis gebildet, der eigene Gedanken und Aktivitäten einbringt, um auf der Burg am Samstag, 21. August einen Tag lang fröhlich zu feiern. Die Planungen des Landkreises sagen eine Ankunft des Fürsten gegen 20.30 Uhr voraus, der sein Haupt im "Schaumburger Ritter" zu Ruhe betten wird. Die Initiatoren vor Ort wollen schon gegen 11 Uhr die Einheimischen und Gäste auf die Burg locken, um mit ihnen gemeinsam Geschichte und Gegenwart unterhaltsam zu verbinden. Einer Überlieferung nach trugen die Vorfahren des Adelsgeschlechts, welche einst die Burg erbauten und die Macht über die Region übernahmen ein Brennesselblatt aus ihrer Heimat bei sich.
Noch heute ist ein stilisiertes Nesselblatt das Schaumburger Wappen und auch der Nesselberg, auf dem die Schaumburg heute steht, hat offensichtlich etwas mit Nesseln zu tun. Die Nessel lieferte den Grundstoff für schier unendliche Nutzungsmöglichkeiten. Es wurde Bier aus Brennesseln gebraut, sie wurde für die Käseherstellung benötigt, man konnte Papier daraus herstellen, Farbtstoffe gewinnen, sie diente als Heilpflanze und sie war bester Naturdünger. Die Gastronomen haben sich bereit erklärt, Nesseln in ihr Speiseangebot aufzunehmen. "Unsere Schaumburg – brennesselnd heiß" wird das Motto lauten und als Logo dargestellt. Daneben werden Frau Wollenweber-Held, Dr. Stefan Meyer und Ulrich Kipp mehrere Führungen auf der Burg anbieten und die "sagenhafte" Geschichte der Schaumburg erzählen. Mit einem Sternmarsch aus Richtung Rhoden, Segelhorst und Welsede, aus Großenwieden und Kleinenwieden, aus Ahe, Engern, Kohlenstädt mit Gut Neelhof sowie aus den Ortsteilen Todenmann mit Gut Dankersen wollen die Weser-dörfer die historische Geschichte mit der Burg dokumentieren. Die Wanderer sollen gegen 17 Uhr auf der Schaumburg eintreffen. Zwischen 15 und 17 Uhr wird ein Kinderfest durchgeführt. Die jüngeren Kinder nehmen zurzeit an einem Malwettbewerb teil und stellen ihre kleinen Kunstwerke zur Prämierung auf der Burg aus. Die Altersgruppe der Neun- bis Vierzehnjährigen bemalen Wichtel, die am Festtag den Weg zur Burg als Skulpturen schmücken. Die Hamburger Künstlerin und Malerin Petra von Langsdorff hat lange Zeit in Schaumburg gelebt. Sie wird im Veranstaltungszeitraum ihre Bilder ausstellen, umgeben von musikalischen Darbietungen und der Deutung der "Tienke Meume Sage" von der Paschenburg. Das alte Gefängnis wird geöffnet, zwei Gefangene des Mittelalters werden Gefangenen der heutigen Zeit gegenübergestellt und Aufseher von damals und heute stecken in entsprechender Kleidung. Musikdarbietungen werden vom Männerchor Schaumburg, der Blaskapelle Schaumburg und dem Gospelchor "Joyful voices" zu hören sein. Gegen Abend spielt eine Band. Da der Parkplatz vor der Burgmauer nicht zur Verfügung steht, wird ein Shuttle-Bus von der B 83 Abfahrt "Schaumburg" eingesetzt. Am Sonntag, 22. August, wird gegen 9 Uhr ein Gottesdienst an der Burg stattfinden. Pastor Matthias Mau gibt dem Fürsten den kirchlichen Segen für seine weitere Reise durch das Schaumburger Land, die ihn an diesem Tag durch das Auetal führen wird.