BAD NENNDORF (pd). Kommissariatsleiter Michael-Andreas Meier und der Leiter des Kriminalen Ermittlungsdienstes (KED), Gerhard Böttcher, sind zufrieden. Die Abschlussbilanz für die Kriminalitätsstatistik 2009 weist eine gestiegene Aufklärungsquote und weniger Straftaten aus. Eigentlich sollte 2010 die Quote von "60 Plus" angepeilt werden. Die ist 2009 mit 61,61 Prozent aber bereits deutlich überholt worden. Und noch eine gute Nachricht hatte Meier zu verkünden: Die Zahl der Straftaten ist weiter rückläufig. Ein Verdienst der guten Präventionsarbeit, ist Meier überzeugt.
Auch im Zuständigkeitsbereich des Kommissariats Bad Nenndorf, das für die Kurstadt, Rodenberg und Lauenau zuständig ist, verändert sich die Art der Straftaten. Ladendiebstähle sind auf dem Rückzug, Betrugsfälle im Internet sind auf dem Vormarsch. Das Kommissariat trägt diesem Trend Rechnung durch zwei Beamte, die sich speziell um diese Fälle kümmern. Hier ist eine enge Vernetzung mit den höchst höheren Dienststellen notwendig. Kaum Verständnis haben die leitenden Beamten allerdings für das Urteil des Bundesgerichtshofes, wonach Verbindungsdaten nach einer Woche gelöscht werden müssen. "Wenn ein Betrugsopfer merkt, das unberechtigt Geld von seinem Konto abgezogen wurde, sind die für eine Ermittlung relevanten Daten längst aus dem Netz gelöscht", ärgert sich der KED- Leiter. Sein Tipp: Regelmäßig die Auszüge kontrollieren und schnell handeln, wenn eine Unregelmäßigkeit entdeckt wird.
In der Gesamtübersicht sind 2009 in Summe 1688 Straftaten bearbeitet worden. In Jahr vorher waren es noch 1757. Dabei machen die Diebstähle den Löwenanteil bei den Delikten aus. In Zahlen aufgeschlüsselt waren es 607 einfach und schwere Diebstähle, 275 einfache Ladendiebstähle und 332 Einbrüche. Auch hier gehen die Taten auf lange Sicht betrachtet weiter zurück. 2004 hatten die Beamten noch 399 Einbrüche zu bearbeiten. "Dies entspricht auch dem bundesweiten Trend", ergänzt Meier. Bei den Wohnungseinbrüchen ist ebenfalls ein Rückgang der Fallzahlen zu vermelden. Von 44 in 2008 auf 28 im letzten Jahr. Hier liegt die Aufklärungsquote bei 57 Prozent.
Die Anzahl der so genannten Rohheitsdelikte ist gleichfalls zurückgegangen. Straftaten wie Körperverletzungen oder Raub sind mit 197 Fällen nahezu stagnierend. Anders als in anderen Dienststellen. Hier seien die Zahlen in diesen Straftatsbereichen "exorbitant gestiegen", wie Meier es ausdrückt. Kaum erwähnenswert die Fälle, in denen "Widerstand gegen die Staatsgewalt" vorgekommen sei. Bei Betrügereien, wie dem klassischen "Enkeltrick", gibt es trotz der hohen Anzahl an älteren Einwohnern in der Kurstadt kaum zur Anzeige gebrachte Fälle. "Hier gibt es aber sicher eine hohe Dunkelziffer", vermutet Meier.
Sorgen bereiten ihm und Böttcher die hohe Zahl an Fahrraddiebstählen. 119 Fälle hat die Polizei 2009 zu bearbeiten gehabt, das waren acht mehr als noch 2008. Keines der geklauten Fahrräder war codiert. In der Hauptsache verschwinden die Räder an den Bahnhöfen in Haste und Bad Nenndorf. Wer sein Rad nicht zum Codieren bringt, sollte zumindest die Rahmennummer notieren, um die spätere Identifikation zu ermöglichen. Die Polizei empfiehlt dringend, die regelmäßig stattfindenden Codierungsaktionen der Polizei zu nutzen. Auch teure Handys oder Laptops sollten individuell gekennzeichnet werden. Zum Beispiel, indem man seine Initialen einritzt. Wichtig sei auch, so Böttcher, die Gerätenummern zu notieren. Bei der Sicherstellung von Diebesgut eine gute Möglichkeit, die wertvollen Dinge seinem tatsächlichen Besitzer wieder zuordnen zu können. Foto: pd