RINTELN (ste). Warum aus Sicht der Bürgerinitiative gegen Windkraftanlagen in Rinteln das von der Stadt geplante Vorranggebiet bei Westendorf und Deckbergen denkbar ungeeignet ist für die Errichtung von Windkraftanlagen, dafür hätte es nach Ansicht der BI zwar keiner weiteren Argumente mehr bedurft, um die Absurdität eines Vorranggebietes für Windenergieanlagen in einem Tal zu belegen. Jetzt gibt es jedoch noch ein weiteres Kriterium, dass nach Ansicht der BI bislang totgeschwiegen wurde: "Dem Problem hat der von der Stadt eingeschaltete Gutachter Dieter Böhm in seinem Gutachten nicht eine einzige Zeile gewidmet!" Die BI klagt daher, dass der immense, rotierende (periodische) Schattenwurf der geplanten und mindestens 150 Meter hohen Anlagen die Lebensqualität der Anlieger mindern könne.
Ein Windrad schlägt Schatten und das kann für Betroffene störend sein. Bis zu 30 Minuten pro Tag ist der erlaubte Grenzwert.
Britta Rinne hat die betroffenen Bereiche in einer Karte eingezeichnet: "Anwohner sollten an einem Strang ziehen und die strenge Einhaltung der jährlichen und täglichen Immissionsrichtwerte für die Beschattungsdauer einfordern!"
Aus den "Hinweisen zur Ermittlung und Beurteilung der optischen Immissionen von Windenergieanlagen (WEA-Schattenwurf-Hinweise)" - als Download nachzulesen auf den Internetseiten des Niedersächsischen Ministeriums für Umwelt und Klimaschutz - ergibt sich nach Recherchen von Britta Rinne bereits für eine "nur" 140 Meter hohe Anlage in unseren Breiten ein bis zu einer Entfernung von 1300 Metern als störend empfundener Schattenwurf. Der tatsächliche Schattenwurf einer solchen Anlage ist je nach Sonnenstand natürlich deutlich länger. Für das geplante Vorranggebiet bedeute dies, so Rinne, dass dieser störende Schattenwurf im Tagesverlauf je nach Jahreszeit und Sonnenstand über Ahe, Ahe-Neelhofsiedlung, Westendorfer Landwehr, Westendorf, Deckbergen und Schaumburg-Ostendorf ziehen werde.
Die BI rät daher allen betroffenen Anwohnern, sich auch künftig zu wehren. "Selbst wenn der Stadtrat der Flächennutzungsplanänderung zustimmt und so das einstimmige Votum des Ortsrates Deckbergen-Schaumburg-Westendorf weiterhin missachten sollte, ist dies nicht das Ende aller Anwohnerrechte", schreibt Frau Rinne in einer Pressemeldung und sie fordert: "Hier sollten alle Anwohner an einem Strang ziehen und die strenge Einhaltung der jährlichen und täglichen Immissionsrichtwerte für die Beschattungsdauer einfordern!" Der jährliche Immissionsrichtwert für die Beschattungsdauer beträgt 30 Stunden, der tägliche Grenzwert beträgt 30 Minuten. Da der gewählte Standort von allen Seiten von Wohnbebauung umgeben sei, müsse die Einhaltung dieser Richtwerte durch eine Abschaltautomatik sichergestellt werden. In überwiegend sonnigen Jahren dürften diese Grenzwerte wohl innerhalb weniger Monate erreicht sein, mutmaßt Frau Rinne, so dass die Anlagen bei Sonne stets abgeschaltet sein würden. Dies wiederum dürfte die Erreichung des sogenannten Referenzertrages (eine Auslastung der Anlage mit mindestens 60 Prozent) unmöglich machen: "Es kann nicht sein, dass die entscheidenden Gremien für diesen absolut ungeeigneten Standort alle öffentlichen Belange wie den Anwohner-, Natur-, Landschafts- und Denkmalschutz und das Landschaftsbild opfern, nur um einigen wenigen Investoren den Weg zu bereiten", klagt Britta Rinne im Namen der BI abschließend. Foto: privat