1. Winterrektorium erstrahlt in neuem Glanz

    Ehemaliger Speisesaal wird nach zehnjähriger Sanierungsphase endlich wieder neu eröffnet

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    MÖLLENBECK (km). Vor zehn Jahren hatten Experten die Sanierungskosten für das Winterrefektorium noch auf 1,5 Millionen Mark geschätzt. Dass für die komplette Maßnahme schließlich nur rund 450.000 Euro fällig wurden, das dürfte dem Management und den Verhandlungsgeschick von Pastor Roland Trompeter zu verdanken sein, darüber waren sich bei der Neu-Einweihung am vergangenen Sonntag alle Gäste einig - darunter unter anderem Dr. Johann Weusmann, der Vize-Präsident der reformierten Landeskirche, Bürgermeister Karl-Heinz Buchholz, die stellvertretende Landrätin Helma Hartmann-Grolm und Ortsbürgermeister Reinhold Kölling.

    Pastor Roland Trompeter

    Inschriften aus der Reformationszeit.

    Rund 450 Jahre alte Wandmalerei im Stil von Raffael.

    Auch Bürgermeister Karl-Heinz Buchholz bedankte sich ausdrücklich bei Roland Trompeter - und gratulierte dem Hausherrn gleichzeitig zu dessen 60. Geburtstag. Die Reformierte Kirchengemeinde, so Buchholz, habe vor vielen Jahren mit dem Personalvorschlag der Landeskirche die richtige Wahl getroffen: Sie habe einen Theologen zum Ortspastor gewählt - "und gleichzeitig ohne Zuzahlung einen Baumeister und Finanzsachverständigen erhalten".

    Mit dem Winterrefektorium habe nicht nur das Kloster den größten Tagungs- und Veranstaltungsraum erhalten, so Buchholz: "Auch der Ort Möllenbeck hat gewonnen; das kulturelle Leben wird bereichert und die Lebensqualität im ländlichen Raum erhöht". Vor dem Hintergrund der demografischen Entwicklung, vor allem in den Dörfern, und deshalb seien die städtischen Zuschüsse für die Klosteranlage berechtigt.

    In den letzten zwölf Jahren flossen 135.000 Euro aus dem städtischen Säckl in die Kloster-Kasse: Zuschüsse für Brandschutzmaßnahmen, für die Renovierung des Ostflügels und eben auch insgesamt 35.000 Euro davon für die Sanierung des Winterrefektoriums.

    Das vergangenheitsträchtige Winterrefektorium, der ehemalige Speisesaal, der bis Anfang der 80er Jahre noch als Stellraum und Lager für landwirtschaftliche Ersatzteile genutzt worden war, soll nach seiner "Reanimation" jetzt vor allen für große Versammlungen und Ausstellung zu Verfügung stehen.

    Die Arbeiten waren vor rund zehn Jahre zunächst im Zeitlupen-Tempo angelaufen, weil neben der Überprüfung der Bausubstanz auch einige Kunstwerke "geborgen" werden mussten. Bei ihren Untersuchungen hatten die Restauratoren die insgesamt rund 800 Quadratmeter des Saals samt der in zwei Stockwerken darüber befindlichen Räume aus dem 16. Jahrhundert penibel "kartographiert". In Feinarbeit, zum Teil sogar per Skalpell, mussten die Spezialisten dabei unter anderem die einzelnen Schichten der Baumaterialien untersuchen - und dabei aufpassen, dass nicht etwa eine der zahlreichen im Kloster vorhandenen (und verborgenen) Wandmalereien beschädigt würden. Gefunden wurden unter anderem diverse Inschriften aus der Reformationszeit sowie Wandmalereien im Stil des italienischen Großmeisters Raffael. Die künstlerischen Schätze waren schließlich auch ein Faktor bei den Überlegungen der Geldgeber und -Bewilliger. Foto: km

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