RINTELN (km). Keinen außergewöhnlichen Anlass zur Besorgnis sieht Jörg Stuchlik, Leiter des Kriminalermittlungsdienstes bei der Rintelner Polizei, nach der Auswertung der Statistik für das Jahr 2009, die jetzt im Rahmen eines Pressegespräches präsentiert wurde. Die Gesamtzahl der bearbeiteten Fälle lag mit 1874 knapp unter der des Vorjahres (1909). 1195 der Straftaten konnten aufgeklärt werden. Ein vergleichbar hervorragendes Ergebnis, befand der Kommissariatsleiter, Hauptkommissar Wilfried Korte - das entspreche einer Quote von 63,77 Prozent.
Bei den Verstößen gegen das Betäubungsmittelgesetz (50 Prozent mehr als im Vorjahr) hatten die Täter die schlechtesten Karten: Alle insgesamt 123 Fälle wurden aufgeklärt. Großen Anteil an der erfolgreichen Arbeit hatte die Ermittlungsgruppe "PECANE", der Anfang 2009 mehrere Dealer ins Netz gingen.
Allerdings gerade in Sachen "Rohheitsdelikte" - Raub und Körperverletzung - mussten die Ordnungshüter eine bedenkliche Zunahme von 20 Prozent (insgesamt 278 Fälle) konstatieren. Sechs räuberische Angriffe auf Kraftfahrer, viermal Straßenraub, dreimal Raub in Wohnungen standen auf dem Programm. Und zweimal wurden Radfahrer im Blumenwall von Unbekannten grundlos verprügelt und zum Teil erheblich verletzt. Bemerkenswert dennoch die Aufklärungsquote (AQ): 88 von 100 Übeltätern wurden geschnappt. Was die Statistik indessen nicht vermittelt: Die Hemmschwelle der Täter scheint weiterhin im freien Fall zu sein. Und in vielen Fällen spielt Alkohol eine maßgebliche Rolle. Noch dramatischer erscheinen die Werte bei Straftaten gegen die persönliche Freiheit (Freiheitsberaubung, Nötigung) - auch wenn die Signifikanz relativ kurzfristiger Statistiken nicht überschätzt werden darf. Insgesamt 66 Fälle bedeuten einen Anstieg von 65 Prozent. Und noch ein Spitzenwert: 86 Prozent der Vergehen konnten aufgeklärt werden.
Zu den positiven Tendenzen in der Statistik zählt unter anderem die Tatsache, dass die Fälle von Diebstahl (insgesamt 694) um über 15 Prozent zurückging, die 26 Wohnungseinbruchsdiebstähle entsprechen sogar einem Minus von 27 Prozent. Gleichzeitig konnte die Polizei auch in diesem Segment sehr gute Aufklärungs-arbeit leisten.
Im Bereich der Vermögens- und Fälschungsdelikte (359 Fälle) musste indessen wiederum ein Plus von 20 Prozent notiert werden. Dort geht es vermehrt um Warenkreditbetrug - immer häufiger auch via Internet. Allerdings sind die Chancen für die Sünder gering: 87 von 100 werden erwischt. Unterm Strich fällt gleichermaßen die Zunahme der Gewaltbereitschaft wie auch die hohe Aufklärungsquote der Ordnungshüter ins Auge - die 2009 übrigens selbst 36-mal von renitenten Festnahmekandidaten attackiert worden waren. Insgesamt, da waren sich Jörg Stuchlik und Wilfried Korte am Ende einig, könne die Bevölkerung im Bereich der Stadt Rinteln und der Gemeinde Auetal nach wie vor ruhig und sicher leben. Foto: km