RINTELN (ste). Der neue Vorstand des Rintelner Reit- und Fahrvereins mit Ina Müller an seiner Spitze erhält von Jörg Bressem einen (fast) durchgängig sanierten Verein mit sehr ordentlichen Vereinsräumlichkeiten übergeben. Bressem hatte nach drei Jahren seinen Platz frei gemacht für eine Vorsitzende aus den Reihen der aktiven Reiter. Er selbst hatte "...aus Liebe zu meiner Frau und aus der Gewissheit heraus, dass es sich für diesen Verein absolut lohnt" die Vereinsführung übernommen und die Reiter dabei durch wechselhaften Zeiten mit viel Arbeit geführt. Jetzt präsentiert sich die Reithalle am Steinanger in Bestform, ist vom Scheitel bis zur Sohle saniert und bietet den Reiterinnen und Reitern eine schöne Trainigsstätte, deren Lage in einem Wohngebiet allerdings immer noch suboptimal ist: "Dieser Herausforderung müssen wir uns weiterhin stellen und dabei verschärft auf Sauberkeit und Ordnung rund um die Reithalle Wert legen; im Sinne unserer Nachbarschaft", so Bressem bei der Amtsübergabe. Er selbst wird dem Verein weiter als zweiter Vorsitzender gleichberechtigt mit Heiner Eggersmann zur Verfügung stehen. Die Kasse führt künftig Anja Schnabel, Schriftführerin ist Silke Müller, Voltigierleiterin Karen Langejürgen, Verantwortlicher für das Freizeitreiten Uwe Hausmann, Jugendwarte Sarah Buddensiek und Hannah Windisch, für Internet und Presse ist Stefanie Müller zuständig, um Sponsoren kümmert sich Nicole Pohl, Stall und Einsteller betreut Gisela Henke und die Vorsitzende des neuen Förderkreises ist Martina Altfeld.
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Zu Beginn der Versammlung zeugten zahlreiche Fotos der Hallensanierung von dem unermüdlichen Einsatz der Helfer aus dem Verein bei den anstehenden Arbeiten in und um die Halle herum. Ziel sei es gewesen, so Bressem, die Kosten so niedrig wie möglich zu halten. Und das ist mit errechneten 7.000 Arbeitsstunden und einer Ersparnis von 70.000 Euro durchaus gelungen. Andere Sportverein könnten sich hier ein Beispiel nehmen! Die Hallensanierung ist weitgehend abgeschlossen. Jetzt fehlt noch die Sanierung des Außenreitplatzes, so Bressem, der dies als eine Herzensangelegenheit ansah: "Mit Geld in der Tasche einen solchen Platz sanieren kann jeder; wir müssen es ohne Geld schaffen!"
Und so übergab Bressem seiner Nachfolgerin das Vereinszepter mit der Bitte, dass der Reitverein weiter ein offener und freundlicher Verein bleibt, mit viel Toleranz, einem neuen Kantinenanstrich und einer neuen Hallenbeleuchtung (kommt bereits nächste Woche). Die scheidende Kassenwartin Petra Schlaukötter konnte davon berichten, dass aus Sicht der Kasse 2009 ein gutes Jahr war. Zwei erfolgreiche Turniere brachten Geld ein, das sofort in die Sanierung der Halle gesteckt wurde. Außerdem sorgten die 186 Mitglieder mit ihren Beiträgen für einen soliden Grundstock, der allerdings auf lange Sicht nicht für die Instandhaltung der Sportstätte ausreicht. Und so hatte der Vorstand beschlossen, einen Hallennutzungsbeitrag von 10 Euro im Monat für Vereinsmitglieder, 40 Euro im Monat für Nichtmitglieder und acht Euro für Einzelnutzungen zu erheben. Ein Beschluss, der Diskussionsstoff für eine handverlesene Mitgliederschaft lieferte und der den Appell aufkommen ließ: "Lasst uns ein Breitensportverein bleiben und kein akademischer Verein der Besserverdiener!" Dem konnte Jörg Bressem mit handfesten Zahlen gegensteuern. Rinteln sei in weitem Umkreis der günstigste Reitverein und biete seinen Mitgliedern mit der Halle eine hervorragende Sportstätte, die es zu erhalten lohnt: "Und dazu braucht es nun einmal Geld!" Bislang, so Bressem, sei der Rintelner Verein "...der einzige in der gesamten westlichen Hemisphäre ohne Hallennutzungsbeitrag!" Das Wort "Hallennutzungsgebühr", das derzeit in Rinteln durch den Ratsbeschluss zum Unwort gekürt wurde, vermied er bewusst. Für den sportlichen Bereich der Reiter berichtete Ina Müller von zwei hervorragenden Turnieren mit hohen Nennungszahlen, an denen die Organisatoren und Helfer drei Tage Vollgas gaben. In diesem Jahr werden sogar drei Turniere ausgerichtet, darunter erstmals ein Jugendturnier am 18. April. Fünf Schulpferde stehen dem Verein zur Verfügung und mit Reitlehrerin Susanne Deerberg konnte die Ausbildung auf 52 Stunden im Monat ausgedehnt werden. Auch das Freizeitreiten ist mittlerweile ein fester Bestandteil im Verein geworden und in diesem Jahr wird es zwei organisierte Wanderritte geben. Karen Langejürgen berichtete aus der Voltigierabteilung von guten Erfolgen auf Turnieren und mit einem neuen Trainer kann man künftig sogar eine Klasse höher starten. Beim "Schaumburg-Cup" wurden die Rintelner Voltis sogar "kleine Kreismeister". Foto: ste