1. Ein Stück weit wie im richtigen Leben

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    RINTELN (ste). Die Komödie "Schwarzgeld für weiße Tauben" faszinierte nicht nur durch die aktive Spielfreude der hochprofessionellen Schauspieler, allen voran Volker Brand als Minister Guéraud, sondern auch durch die immer wieder aktuellen Bezüge, die die Fiktion des Theaters auf die Wirklichkeit herunterbrachen. "Schwarzgeld für weiße Tauben" war, als könne man einen fantastisch ehrlichen Einblick - der sonst dem Volk natürlich eher verwehrt bleibt - in die Intrigen und Schmutzigkeiten der großen Politik erhalten. Da war von Verrat und Erpressung, Liebe und Betrug, Skandal und das Buhlen um Wählerstimmen die Rede, mittendrin die leicht naive und verwöhnte Gattin des Ministers, gespielt von Sibylle Nicolai, und die schöne Susanne Meikl als die PR-Managerin und Geliebte des Ministers. In einer überzeugenden Rolle spielte Jörg Reimers den skrupellosen Fiesling Bouladon, der genügend Beweismaterial gegen den Minister in seiner Hand hat, um diesen zu erpressen. Allerdings geht es hierbei nicht um Geld, sondern um Macht und Liebe. Macht: "Kein Problem!" Doch Liebe? Ministers Ehefrau Pauline ist die Dame des Herzens von Bouladon und wie tief der Moralverfall auf dieser Machtebene sein kann, das zeigte das grundsätzliche Einverständnis des Ministers zu dem einwöchigen Karibikaufenthalt, den Bouladon mit dessen Ehefrau anstrebte.

    In der Etage der Macht eines Ministers gehört Moral zu den Fremdworten. "Schwarzgeld für weiße Tauben" war ein tolles Stück pointenreicher Politsatire.

    Weiter geht es im Programm des Kulturring mit dem Dürrenmatt-Kriminalstück "Der Verdacht" am Donnerstag, 8. April, um 20 Uhr im Brückentorsaal. Kartenvorverkaufsinformationen beim Kulturring im Bürgerbüro oder Restkarten am Theaterabend.Foto: ste

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