1. Platz für Nahversorger und Handwerk

    Nenndorfer Politik stellt die Weichen für neues Gewerbegebiet in der Gemarkung Hohnhorst

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    SAMTGEMEINDE NENNDORF (pd). Die Ampeln stehen auf grün, was die bürokratische Abwicklung eines neues Gewerbegebietes vor den Toren von Haste anbelangt. Die große Mehrheit der Nenndorfer Ratsvertreter hat sich dafür ausgesprochen, das Projekt schnell voranzubringen und in die vorgezogene Bürgerbeteiligung zu gehen. Im Planungs- und Umweltausschuss der Samtgemeinde Nenndorf hatte Planer Matthias Reinhold die Gelegenheit, das Vorhaben näher zu erläutern.

    Obwohl die in Frage kommende Fläche räumlich gesehen zu Haste gehört, befindet es sich in der Gemarkung Hohnhorst. Die Gemeinde hat die Änderung des Flächennutzungsplanes beantragt, um auf einem 1,3 Hektar großen Areal südlich der Seniorenresidenz "Lehnstuhl" zwischen der Bundesstraße 442 und der Bahn ein Gewerbegebiet anzusiedeln. Es sollen dort ein Lebensmitteldiscounter sowie kleine Gewerbebetriebe angesiedelt werden.

    Nach den Worten von Planer Reinhold würde sich das neue Gebiet gut in den bestehenden Siedlungsbereich einfügen. Das Areal sei überschaubar und durch die geplante Überführung der Bahntrasse würde Haste eine neue Raumkante erhalten. Im Vorgriff auf weitere verkehrstechnische Planungen sei es nach seiner Auffassung wichtig, das freie Areal einer neuen Nutzung zuzuführen.

    Der Sprecher der Wählergemeinschaft Nenndorf (WGN) wunderte sich sehr darüber, dass dort ein weiterer Nahversorger hinkommen solle. "Ist das notwendig?" stellte Frank Steen die Frage in die Runde. Er befürchtet einen Verdrängungswettbewerb mit dem bereits existierenden NP-Verbrauchermarkt in Haste. Es könne nicht in der Verantwortung der Politik liegen, so etwas zuzulassen.

    Werner Bövers von der CDU wertete das neue Gewerbegebiet als Chance für Haste und Hohnhorst. Er sprach sich klar dafür aus, das Gewerbegebiet umgehend zu installieren. Wenn die Bahntrasse tatsächlich käme, sei eine Wohnbebauung an der Stelle ohnehin nicht mehr möglich. "Wir sollten zustimmen, wenn sich dort kleinere Betriebe und Nahversorger ansiedeln wollen", so die Forderung des CDU-Politikers.

    Steen wollte darauf dringen, das neue Gewerbegebiet erst dann zu bauen, wenn die Kanäle in Waltringhausen und Riehe saniert sind. Dann könnte das Klärwerk in Haste wieder Abwässer aufnehmen. Seine Befürchtung: Die Samtgemeinde könnte durch das neue Gewerbegebiet quasi gezwungen werden, das Pumpwerk in Waltringhausen zu bauen, weil ansonsten die Abwässer nicht mehr aufgenommen werden könnten. Das "Abschlagsbauwerk", mit dem Schmutzwasser aus Waltringhausen statt nach Haste in das Bad Nenndorfer Klärwerk geleitet werden soll, war aus dem Haushaltsentwurf 2010 gestrichen worden.

    Mit seinem Antrag konnte sich der WGN- Sprecher nicht durchsetzen. Nach Auffassung der Mehrheit des Ausschusses habe das Klärwerk Bad Nenndorf durchaus noch Kapazitäten frei, um weiteres Abwasser aus Haste aufzunehmen. Eine "Blockade der Nordgemeinden" lehnte Winfried Wlotzka (SPD) mit der Begründung ab, das sei "keine gute Politik". Nach den Worten von Samtgemeindebürgermeister Bernd Reese ermögliche das neue Gewerbegebiet die Weiterentwicklung von Haste und Hohnhorst. "Die Verwaltung steht dahinter, die Kosten für die Planung werden von den Nordgemeinden getragen". Er geht davon aus, dass Haste durchaus einen zweiten Supermarkt vertragen könne. Eine besondere Käuferschicht seien die vielen Pendler. Das von Steen angesprochene Abschlagsbauwerk sei unbedingt notwendig, so die Einschätzung des Samtgemeindebürgermeisters weiter, unabhängig von einer Sanierung der Kanäle. "Das muss kommen, wenn wir Entwicklung wollen", ist Reese überzeugt. Mit acht Ja-Stimmen und einer Enthaltung ist die Änderung des Flächennutzungsplanes beschlossen worden.

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