1. Altes Museum als Biker-Café ist "Schnapsidee und Aprilscherz"

    Denkmalschützer zeigen sich in einem Brief "höchst irritiert" / Katalog von Fragen an Bürgermeister

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    RINTELN (km). Zustand und Zukunft des Alten Museums am Kirchplatz waren jetzt das alles beherrschende Thema einer Sitzung des Arbeitskreises Denkmalschutz Rinteln e. V. Beides macht dem Verein Sorgen, und in ihren Befürchtungen sehen sich die Mitglieder durch zahlreiche Anrufe von Bürgern vollauf bestätigt. In einem Schreiben an Bürgermeister Buchholz haben Vorsitzender Dr. Alexander Lattermann und Pressesprecher Werner Zimmermann deshalb die Sorgen des Vereins mit einem Katalog von Fragen vorgetragen und um entsprechende Klärungen gebeten.

    Die Fotomontage zeigt das Alte Museum als "Biker-Kneipe"

    Der beklagenswerte Zustand des Gebäudes, so die Denkmalschützer, habe sich seit der Versteigerung im Juni 2009 ganz im Gegensatz zu dem von der Ersteigerfamilie öffentlich genährten Erwartungen nicht nachhaltig gebessert, sondern sogar noch weiter verschlechtert. Bauhandwerker und Bauwagen seien nur einmal an wenigen Tagen einer Woche zu sehen gewesen.

    "Höchst irritiert" habe die Denkmalschützer die unlängst erfolgte ersatzlose Entfernung der seinerzeit zur Bestands- und Verkehrssicherheit angebrachten Stützen. Dazu wird in dem Schreiben gefragt: "Wie ist das möglich, ohne dass damit irgendwelche Baumaßnahmen in Zusammenhang stehen? Waren die damaligen Berechnungen etwa aus der Luft gegriffen oder sind es gar die jetzigen? Ist die Sicherheit der Bürgerinnen und Bürger nachweislich gewährleistet, und worauf stützt sich gegebenenfalls dieser Nachweis?

    Andere offene Fragen nährten unterdessen Zweifel daran, ob der Erhalt des Gebäudes für die Zukunft tatsächlich gesichert sei. Stutzig mache den Verein, dass der Vertreter der Eigentümerfamilie den baulichen Stillstand öffentlich ausschließlich damit erkläre, dass beantragte Fördermittel noch nicht bewilligt seien und vorher nicht mit Baumaßnahmen begonnen werden dürfe. Demgegenüber stellen Lattermann und Zimmermann fest, dass ein Förderantrag bisher überhaupt nicht vorgelegt worden sei.

    In dem Schreiben an Karl-Heinz Buchholz wird zudem an die von der Eigentümerfamilie ursprünglich ausdrücklich erklärte Absicht erinnert, das Gebäude selbst zu sanieren, "während sie es nun schon seit längerer Zeit quasi im alten Zustand zum Verkauf anbietet". Und weiter heißt es: "Die Chancen für eine erfolgreiche Suche sind möglicherweise nicht sehr groß. Damit wächst die Gefahr, dass sich ein Vorgang im Zusammenhang mit der Eigentümerfamilie aus dem Jahr 2007 in gleicher Weise auch in Rinteln wiederholen könnte." Damals habe die Familie die Sanierung eines ebenfalls von ihr ersteigerten Schlosses aufgegeben und das lästig gewordene Objekt weiterversteigern lassen. In einem solchen Fall entspräche die alarmierende Situation des Alten Museums wieder genau der vor der Versteigerung im Juni 2009. Gefragt wird der Bürgermeister in dem Zusammenhang: "Was hat die Stadt unternommen, und was wird sie tun, um sich Klarheit über die Vorstellungen der Familie zu verschaffen?"

    Mehr als nur ein Dorn im Auge ist dem Arbeitskreis die vom Objektmanager öffentlich verbreitete Absicht, das Alte Museum als "Biker-Cafe mit Außengastronomie" zu nutzen. "Schnapsidee", "Aprlscherz", so zitieren Lattermann und Zimmermann das einhellige Urteil im Arbeitskreis. "Wir können uns nicht vorstellen, dass die Stadti ihre Bürger und ihre mit der historischen Altstadt um- und erworbenen Besucher auf diese Weise geradezu vergraulen läßt". Die hierzu an Buchholz gerichteten Fragen: "Ist die Stadt den Biker-Plänen unverzüglich entgegen getreten? Und wenn nicht, warum nicht- und wird sie es unverzüglich nachholen?" Foto:km

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